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f-
Ueber den
Bildungstrieb.
^ni
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3 oh. Fr. Blumenbach
Prof. iD GUU. nnd KOn. Grobbrit, Kornth
Bildungstrieb.
Götttngen
I>er JohiiiD ChtifiUQ Dieterlcb.
1789-
;• / -/.-.' ■■■'
\
/
leb habe feit der Zeit, da ich den
erften AufTatz über den JÜduqgs.
trieb im Göttingircben Magazin
bekannt gemacht, keine Gelegen-
heit verfäumt, diefen Gegenftand
durch Beobachtangen und Nach*
denken weiter zu verfolgen und in
helleres Licht zu fetzen , glaube
auch alles \7ichtige gelefen, ge*
prüft und benutzt zu haben , was
von andern feitdem fßr oder wider
denfelben in Schriften geäuferC
worden, und habe gefucht den
Kern aus dem, was idi fchon
davon
davon bekannt gemacht« und die
Refultate meiner fernem zeitheri*
gen Unterfuchungen darüber» in
diefen Blättern zufammen zu faf-
fen: und fie bey diefen wefentli-
chen Vorzügen auch gleich im
Aeufern von den vorigen unrei-
fem Ausgaben gänzlich auszu-
zfeichnen. Göttingen, den igten
Jan. 1789.
W«MSi«i«i
Deutung
Deutung der Kupfer - Ferzierungen.
I. Auf dem TittU eint BrOt- Henne ale Symbol
des BilduDgttriebei im Thlcrreich.
S. Aaf der Anf«ngt1eifte S. X. ein aufkeimend
Saamenkom als Bild diefei Triebet im GewScbireidi»
Nach einer alten filbemen MUnse ? on Reggio in Ca-
labricn beym Goltz.
3. Am Schlufi S, X08. eine anftSndige nnd decli
wie NatwlKemier wilTen, fehr bedeutangtroUe Vofflel-
long dei GenafiTes, der dann den BUdui^trieb enr
folge hau
Nicht leicht wird eine Frage die-
fJet Art genannt "orerden können» die
fo allgemein und fo zu allen Zeiten
die heifse Neugierde des' Menfchen
gereizt haben mufs » als eben diefe.
Denn fo abentheuerlich es auch^fonil
fcheint, die Betrachtungen und Reu
flexionen des erften Menfchenpaars
beftimmen zu trollen 9 fo natürlich
bleibt doch die Vorausfetzung, dafs
diefes uns allen eben durch die
Befolgung jenes füfseften uii wider-
' ftehlichiltn Triebes fo wichtig
gewordne Paar fehr bald erfl: zum
Staunen, und dann zum Nachfinnen
gekommen feyn mag, wie es allge-
mach bemerkte, was diefelbe f!ir
eine grofse Wirkung — eine gleich«
fam wiederholte Schöpfung -^ nach
lieh ziehe. So geläufig ihm aber
gar bald diefe Erfahrung werden
mufste , fo fehr demüthigt es das
menfchÜche Wifleti , dafs die Uren-
kel jenes Paars nach fo langen Jahr-
' uufen«
taufendto über die Erktärung diefer
Erfahrung noch fo weniges befriedi:-»
gendes Licht haben verbreiten kön«
nen^ ungeachtet diefelbe in der
Folge gar bald der allgemeinfte Ge«
genftänd fiir Unterfuchung der nach^^
denkenden Köpfe geworden zu feyn
icheint. Wenigdens betrifft das
was noch von Brucbftlicken phyGo«
logifcher Lehren und Meinungen der
älteften Wekweifert und Aerzte *)
bey fpatern Schrifcftellern aufbe«
wahrt worden, grofsentheils Un-
terfuchungen über das Geheimnis
der Zeugung t und feitdem vollends
ift in der Litterargefchichte der Phi«
lofophie und Ar^neywiflenfchaft
keine Periode, worin fich nicht
immer andre Männer auf die weitere
Verfolgung derfelben eingeladen ha«
ben foUten.
A z Selbft
*)^lez.B» des OtfHEttS» d«s PrrHAGoiiAa^
AnaXagoras etc.
Seibft in deii düÄetn Jahrhütiäer-
ten des mittlem Zeitalters, wo fonft
aller übrige Forfchungsgeift im tie-
fen Schlummer der Mönchsbarbarey
verfenkt lag, wachte doch immer
die rege Neugierde über diefen Ge-
genftahd, fo dafs Uns von den geift-
liehen Herren jener Zeit noch man-
che fehr fleifchlich abgefafste Bucher
übrig find * ) , die 2um Beweife
dienen, wie fehr fie fich auch die
Theorie deffelben haben angelegen
feyn laflen.
Kein Wunder alfo, dafs fich auch
die Generations . Syfteme , die Ver-
fuche das grofse Problem zu löfen»
nach und nach faft ins Unendliche
mehr«
' *) Z. B« von Pabft Johank XX., von Bi-
fchof Albert dem Grofien oder vat
ibnft fiir ein ehrwürdiger Geiftlicher der
Verf. des fchmuzigen Büchleins von den
GeheimniiTeA der Weiber ift» So Mich.
ScoTus nnd viele «. m.
mehrten» und kein Zugang unbe^
treten blieb, ^enn man nur irgend
'gähnen konnte» dafs er zu einem
AufTchlufs hierüber fuhren werde,
fo dafs dann freylich auch der offeur
faarften Irrwege in keinem andern
Felde der NaturwüTenfchaft fo viele
geworden find , als eben hier.
Schon Boerhaave's Lehrer, Dre-
I.INCOURT, hat allein 262 ^rund-
lofe Hypothefen über das Zeugungs*
gefchäfce aus den Schriften feiner
Vorgänger zufammen geftellt, —
und nichts ift gewiifer, als dafs fein
eignesSyftem die 263** ausmacht.
Inzwifchen lafTen fich doch diele
unzählig -fcheinenden Pfade die man
fich zu bahnen verfucht hat, um
2ur Löfung diefes gröfsten aller
phyfiologifchen Räthfel zu gelangen,
am Ende alle auf zwey Hauptwege
hinausfuhren, die neuerlich unter
A j den
den Namen der Evolutton und der
Epigenefe allgemein bekannt worden,
»
Entweder nemlich man nimmt
in, dafs der reife, übrigens aber
rohe ungePormte ZeugungsftofF der
Eltern , wenn er 2u feiner Zeit und
unter den erforderlichen Umftänden
an den Ort feiner Beftimmutig ge-^
langt, dann zum neuen Gefchöpfe
allmälig ausgebildet werde« Dief$
lehrt die Epigenefe.
Oder aber man verwirft alle Zeu^
gung in der Welt, und glaubt da-
gegen, dafs zu allen Menfchen und
Thieren und Pflanzen , die je gelebt
haben und noch leben werden , die
JCeimi gleich bey der erften Sch5*
pfung erfchaffen worden, fo daß
fich nun eine Generation nach der
andern blos zu entwickeln braucht.
Deshalb heiist diefs die Lehre der
Evolution.
Allein
Allein die Art und ^eife diefer
Evolution felbft» hat man wieder
durch fehr verfthiedne Theorien zu
erklären verfucht.
Heraclit nemlich (mit dem Zu«
namen der Düflfre^ und Hippocra-
TES oder wer fonft der Verfaffer der
vn4^r des letztern Werken befinde
liehen Bücher von der Lebensord-
inung feyn mag, meinten» fo wie
manche ihrer neuern Nachfolger,
diefe Keime ieyen auf und in der gan*
^en Erde verbreitet, wo fie fo lange
umherfchwärmten , bis jeder die
Zeugungstheile eines feiner fchon
entwickelten^ Brüder von feiner Are
anträfe, in ihnen gleichfam Wur*<*
zel fchlagen, feine bisherige Hülle
abwerfen , und nun felbft zur Ent»
Wickelung gelangen könne.
Diefe Theorie hat aber aufser dem
(hier freylich am wenigften blen-
denden) Anfehen des Hif POCRATES
A4 fo
fo fchlechterdings nicht» yor fioh,
fondern ift fo ganz blos aus den
abentheuerlichften viUkührlichfteti
Vorausfetzungeti aufgebaut, dafs
man nicht abfieht, was für irgend
eine Hypöthefe man' fich als un«
-vrahrfcheinlich ve^-fagen dürfte;
wenn man (ich eine folche, ^tf
diefe fo genannte. Panfpefmiiy er^
lauben 'vollte. — • Auch entfchul«*
digt unfer feh Gegner den Aufkamt
von Gelehrfamkeit, v^omic er diefen
Roman beym Hip^OCRATES com*
mentirt hat, blos mit dem Bonmot:
der Königin Christina : dafs die
Grillen der Alten immer doch ebeA
&viel verth feyen , als die Grillai
der Neuern.
Mehr Beyfall haben zirey andere
Evolutionstheorien erhalten , nach
welchen beiden ^ die Keime nicht
umherfchwärmen , fondern fein ru-
hig in einander gefchachtelt und
bey
9
hoy der erf^en Schöpfung gleich in
die erften Scammeltern gelegt feya
foUten, fo dafs nun eine Generation
derfelben nach der andern durch
die Paarung oder Befruchtung zur
Entwickelung gelange. Der Unter^
fchied 2vifchen beiden Theorien
:frar blos:der, dafs diefe Keime nach
der einen beym Vater, nach der
andern aber bey der Mutter liegen
: Wie nemlich im vorigen Jahr*
hundert die Vergröfserungsgläfer
erfunden ^aren , und fich hiedurch
Ausfichten in ^ne neue Welt von
microfcopifchen Gefchöpfen öffneten,
fo \rar bey der Neuheit diefer Er«
findung und der Leichtigkeit ihres
Gebrauchs uich^ natürlicher als dafs
man nun aufs gerathewohl taufend-
erley Objede unters Microfcop
brachte > das fo fehr mannichfaltige
grofse Ueberrafchungen gewährte.
A f So
10
So befah auch unter andern ein jun»
ger Danziger LuDW. von Hammen^
der damals in Leiden Medicin du*
dirte im Aug. 1677 einen Tropfen
männlichen Saamen von einem Hahn,
den er eben geöiFnet hatte, unter fei-^
nem Glas>^und erftaunte diefen Tro*
pFen als einen Ocean zu erblicken,
der von unzähligen flinken, rafcheu
kleinen Thierchen belebt v^ar, Diefe
unerwartete Erfahrung beftätigte fich
im reifen Saamen anderer männli-
phen Thiere > und nun glaubte man
in diefen Saamenwürmchen dieKeime
tu künftigen vollkommnen Gefchö-^
pfen und mit ihnen folglich auch
den Schlüflel zum Geheimnis det
Zeugung gefunden zu haben. Nun
begreife ich zwar nicht wie Natur-i
forfcher und PhyfioJogen von Pro»
feflion den Saamenthierchen die will*
kiihrliche Bewegung und überhaupt
die Animalität haben abfprecheil
können : aber noch weit unbegreiflii
eher
LM -^ -'l' I -Üf"^
eher ift es , vie andre Manner diefe
4n einem ftagnirenden thierifchea
Safte, (fo \fie Hhnliche InFufionsw
thierohen in andern SäFten) au er-
-vrartenden Würmchen zu befeelten
Keimen künftiger Menfchen und
Thiere haben hinjiufwttrdigen und
l^rheben dürfen.
Ohne die ISngft bekannten , abef
nie nur leidlich gehoben Z^reifel
zu wiederholen, die fich gegen ein^
fo feltfame Behauptung empören^
^fo begnüge ich mich hier nur einige
wenige Bedenklichkeiten binauzu*
fetzen, die doch auch ung^lehrcen
Lefern diefe vorgegebne Würde
der Saamenthierchen fehr verdächtig
machen müflen. So z. B. dafs die
Würmchen im Saamen der nächft ver*
wandten Thiere in ihrer Bildung fo
gänzlich von einander verfchieden,
und andre, von den unähnlichften
Thieren einander fo auffallend ahn-«
lieh
I»
lieh find! Es kan kaut» eine
gröfsere UnHhnliohkeit geben, als
die zwifghen den Saamenthierchen
des Frofches beym Hm. von Gv^u
CHCN und denen vom WaiTermolch
bey Hrn. Spallanzani. Hingen
gen kan die Aehnlichkeit Z'w^i-
fchen zvey Waflemopfen nicht
täufchender feyn, als die z^j^ifchen
den Saamenthierchen des Mejnfchen
und des Efel^ in den Kupfern den
erftern von j^nen beiden Beob«
achterot
Eben di^fer neuerliche» und ho&
fientlich letzte Verfechter jener Wür-
de der Saamenthierchen« hat beym
Frofche gar zweyerley Arten diefc»
WUrmchen zugleich im gleichen
Tropfen gefehen — und doch find
wiederum beide von derjenigen Gau
tung die Rösel im Frpfchfaamen ge«
iehen, gleich veit verfchieden ! und
jene haben fich noch dazu in den
Nieren
Niereh fo gut, ^vrie in den Saamen*
Uäsgen gefunden etc.
Lauter Erfcheinungen« die* die zu«
fällige Unbeftimcheit diefer frem^
den Caifie des männliciien Saamen»
fo fchr er^eifeui und die ihnen. aut
gediungene Wiirdc ;fo ganz vcr«
nichten, dafs man wenigftens.eben
ib leicht hoffen darf mit dem fittfa-
men Paracelsus f) und dem Mahler
GaÜtier
i') ViH Natur der Dingt an y^hanfin Win*
ketfieifur vm Frybwrg im Vchtland. im
VIten B. der HuTcrrchen Auig. feiner
fümtlichen «^(^erke. $. 163. u. f.
Ein «mlidie» Prodna befchrelbt Amat.
lusiTANHS iurinkH: mtäieinal Ont. VI.
curat. 53. fchoi. p. 611. «* C«to fcimus
9,cbimiM mtipcio fuefum conflatim efe, et
»»Ofimia fua memkta fttfiSa contraiijje^
),ac nmmn kaMfft: qui am a vafe, vH
t^cmtimbatttr^ efit ttdraSns, mwfri deßit.
>, Nmit haec üCtmutiH jUltus GAteiLLUs»
6aüti£r t) aus blofsem inMnDli-
chen Saamen einen voUkommnen
menlchlichen Embryo hervor2ubrin-
gen, altf ihn mit dembetühmtehAca-
demiften HARTZO&KEk ft) i« jedem
inenrchlichen Saamenthiercheh völlig
fchon fo wie nachher in Mutterleibe
krumm zufammen gebogen fitzen zu
fehen.
Schott
,i^f finguiarif ioörifwe H revim oeeultt^
««nm et variarum bae n$ßra §ittf wäf^mi
ufematwri tt ti&mfU flui UkgU fcHfi^f
näHigentißhHHS et accwratißmni''
f) Matt fehe feine OetOrätien de Vhmme et
der animaux. Vit. 17^0. 1». vie anch
die Obf^fv. {w rhiß' fwt. I Tli» und fei*
nen freylicli twrn misgeftalteten Fdtna
felbil mit lebendigen Farben vorgeftcUt»
Taf.A« fig.3.
ft) ^JP^ ^ Dieftrique ^ar. 1^94.4. S.1^9>
vo der fcharffichtige Mann eine genaue
Abbildung de» in die Hülle eines Saa-
tnenthterchens eingewickelten und atif
Ccme Befreynng harrenden Kindchens gibt»
. Schon vor Entdeckung der Saa^
menthierchen hatte ein fonft ^enig
Wkannter Mann Joseph 1)£ Arg*
HATARiis einen dritten Weg ein-
gefchlagen, das Zeugungsgefchäfte
durch Evolution zu erklären ^ den«
jenigen nemlich, der auf die vor««
geblichen im mütterlichen Eyerftock
längfl; vor der Empfängnis zur Ent-
^ckelung vorräthig liegenden prä«
formirten Keime hinausläuft. Auch
SwAMMERDAM hat ihn betreten,
doch blieb er im ganzen » vollends
feit nun die Saamenwurmchen das
grofse AufTehn machten, wenig be«
fucht) bis er mit einem Male in neuera •
Reiten durch die Bemühungen der
grofsen Männer Haller und fioM«
^E T am gangbarften von allen ge«
macht ward.
Nach diefer Evolutionstheorie ha^
ben wir, fo wie das ganze Men-
ichengefchlecht in den beiden Eyer-
ftöcken
i6
ftocken unferer erften Stamm - Mut-
ter in einander gefbhachtelt und *vpie
im tiefften Todesfchlaf verfenkt bey-
fammen gelegen. Z^ar fehr im
Kleinen , als Keime s aber , verfteht
(ich 9 al$ präformirte » völlig ausgef^
bildete Miniaturen. Denn» fagt
Hr. V. Haller, ^ atte Eingeweide und
yy die lüochen felbfl waren fchm vor*
7i hero gebaut gegenwärtig > obgleich
„ in einem faß flüßigen Zuflande."^ ^zs
man Empfängnis nennt, ift nichts
als das Erwachen des fchlaftrunknen
Keims durch den Rei2 des auf ihn
irirkenden männlichen Saamens,
der fein Herzchen zum erden Schla-
ge antreibt u. f. w. Auch hat uns
daher vor Kurzem einer der neueften
Verfechter tiiefer Theorie, ein be^
fühmcer Genfer Naturfbrfcher, mit
niqhts gerjngerm,. als einem Eptv^urf
äer Gefchichte der organifirten Kör^
per vor ihrer Btfiruchtung, befchenkt,
iind uns dariti belehrt>dafs irir i ) alle
vreit
17
-«reit älter find ah ^ir geglaubt hat-
ten; dafs z) alle Menfchen in der
Welt von gleichem Alter find, der
Grofsvater nicht um einen Tag älter
als fein neugeborner Enkel etc. und
dafs fich )) diefes ehrwürdige Alter
alle^r Menfchen, die gegenwärtig auf
dem Erdenrund leben» nahe gegen
6000 Jahre erftreckc. — Auch tritt
er ganz der Meinung bey, die fchon
Bazin behauptet > dafs wir feit der
lieben langen Zeic da wir mit Cain
und Abel und den 200,000 Millio-i
nen übrigen Menfchen zufammen
(leckten, die der gemeinen Rechnung
nach, feicdem vor uns dahin gegan-
gen find quo pius Aeneas quo TuÜus
diues et jincus^ kurz feit der erften
Schöpfung, zwar imcognito und
fchlafcrunken , aber doch nicht ganz
ohne Bewegung brach gelegen ha-*
ben, und dafs wir während der
f 7 Jahrhunderte- eh uns die Reihe
traf, dafs wir durch den oberwafan^
B ten
lg
ten Reiz entwickelt vrurdeti 9 doch,
immer nach und nach fachte ge^
wachfen find: wir konnten uns
nemlich bey Cains Schwefter fchoA
ein bifsgen mehr ausdehnen, als
bey ihrer Mutter, wo fie felbft nebft
ihren Gefchwiftern noch bey «ins
lag und uns den Raum beengte;
und fo kriegten wir mit jeder neuen
Entwickelung eines unfrer Vorfah*
ten ein geräumiger Logi$, und das
that uris Wohl» da ftreckten wir uns
immer mehv und mehr, bis endlich
die Reihe der Entwickelung auch
an uns kam!
So abentheuerlich romanhaft
diefe letztern Behauptungen fchei-»
nen mögen, fo fiiefsen fie doch im
Grunde ziemlich natürlich aus den
Grundfätzen jener Theorie. Für
diefe Grundfätze felbft aber führten
die Verfechter derfelben, Hr. von
Haller , Hr. Spallanzani etc.
Erfah-
Smü
19
Erfahrongeti und Beobachtangen an»
die ytrir im nächften Abfchnitt nähei^
beleuchten werden, die aber auf
den erften Blick fo einleuchtend
und entfcheidend fcheinen, dafs (ich
der allgemeine? Beyfall doch ganz
"^ohl begreifen läfst, womit, zumal
in den letztern jo Jahren, die Prä«
extftenz der präformirten Keime im
weiblichen Eye lange vor ihrer Beu
fruchtung und Entwickelung, aufge-
nommen wurde. Auch ich habe
ihr vorhin beygepflichtet, habe fie
gelehrt und in mehreren Schriften
vertheidigts fo dafs in fo fern hier
diefe Blätter das Geftändnis eigner
Irthttmer enthalten ,; denen ich
nichts mehr wUnfche, als was Hr.
DE Luc irgendwo f;jgt: ^ein ver-
beflerter Irthum wird oft zu einer
ungleich wichtigern Wahrheit, als
manche pofitive Wahrheiten, die
unmittelbar als folch^ anerkannt
worden. ''
B z Der
20
. Der unerwartete Erfolg eines
kleinen Verfuchs den ich doch recht
in der Abficht angeftellc hatte, um
die Richtigkeit jener Evolutions-
theorie und den Ungrund der all-
mäligen Bildung zu e^weifen, brach*
te mich erft zum Scheidexreg zu-
rück und öffnete mir bald eine neue
der vorigen fehr entgegengefetzte
Bahn. Wer Ib wieder die Natur
kämpft y dem geht's doch leicht bey
einem unverfehenen Blick in ihre
enthülltem Reize, wie dort dem Me-
nelaus, da er ausgegangen war fein
Schwerd gegen Helena zu zucken :
kaum fah fein Auge den £ufen den
er durchbohren wollte, fo fank fein
gewaffneter Arm, und es war nun
nicht um fie, fondern um ihn ge-
fchehen f).
Der
f ) Galenus von den Lehrfätzen des Hippo-
crates und Plato : im Vten Bind der
Chartier« Ausg. $.147.
21
Der Anlafs zu jenem Verfuch war
der: Ich fand, da ich einige Ferien^
tage auf dem Lande zubrachte^ in
einem MUhlbache eine Art grüner
Armpolypen, die ßch durch einen
langgeftreckcen fpindelförmigen Kor«
per, und kurze meid fteife Armef
von der gemeinen grUnen Gattung,
auszeichneten, und mit deren Wun-
dern ich meiner Gefellfchaft einen
Theil ihrer Zeit vertreiben foUce.«
Theils das v^arme trockne Sommer«
Vetter, noch mehr aber die dauer«
hafte Confticution dtefer Polypen
begUnftigte die bekannten Repro-
dudionsverfuche die wir damit an-
{(eilten fo, dafs die Wiederer-
fetzung gleichfam zufehends von
Hatten zu gehen fehlen. Schoii den
zweyten, dritten Tag waren den
verftümmelten Thieren wieder
Arme, Schwänze u. f. w. angewach«
fen; nur bemerkten wir immer
fehr deutlich, dafs die neuergänzten
B j Poly.
11
Polypen bey allem reichlichen Futter,
doch -^eit kiemer als vorher waren:
und ein verftttmmelter Rumpf, fo
trie er die verlornen Theile wieder
)iervdrcrieb,auchim gleichen Maafse
recht fichtlich einzükriechen , und
kürzer und dünner bu werden
fthien u. f. w^ f).
Einige Zeit nachdem ich wieder
tut Stadt gekommen war, mufste
ich einen Menfchen befuchen, der
fchon lange am Winddorn krank
gelegen haue. Der Schade war
über
f } £s ift svar gatit vohl JbtgttiÜkh^ vii
ein folcher kleiner timftand von man«
eben Beobadiurn entweder in der Er*
Vrartung ' gröTserer Mcrkvftrdiglieiten
ganz überfehen, oder aber nicbt anmtr-
kenswerth gefunden vurdc* Doch
fchetnt der forgf^ltige Rösel darauf ge*
achtet zu haben* Hift, der T^rpm. Im
in B. der ttfeaeuMußig. S. 4^
21
Aber dem Knie, und offen« und
auch die 'vreicben Theiie zu einer
tiefen Grube ausgeeitert Es beflerte
üch nachher > aber fo vie die Lücke
im Fleifch nach und nach nieder
mit plaftifcher Lymphe zur* Narbe
angefüllt wurde, fo fenkte fich
auch t) das benachbarte gefunde
Fleifch im gleichen Grade allgemach
nieder, fchien gleichfam zu fch win-
den, fo dafs endlich die Narbe in
der Grube und das Fleifch am Ran-
de derfelben wieder faft gleich flan-
den , und jene nur nocb eine breite
aber ziemlich flache Delle machten.
Alfo nmtatis tnutandis der gleiche
Fall, ^ie hef meinen grünen Ätm-
jpolypen aus dem Mühlgraben.
B4 Ich
t) Eine gleichfalls fchon anderwftrts Jieincrkte
Erfcheinang. M«n fche die A|>h. der
Hrn. Fame und Louis , Ats flayts avec
pifte de fukßatue in den Mim, de Tac. de
JClrimriie. veU IV. 6. 64- u. 1064
^4
Ich habe feit der Zeit einen grof-
fen Theil meiner Mufse auf die wei-
tere Prüfung und Unterfochung die-
fer damaligen Erfahrungen ver-
wandt « und alles was ich darin
durch Beobadicen und Nachdenken
gelernt habe, führt mich am Ende
2U der Ueberzeugung :
Daff keine präformirten Keime
präexißiren: fondern dafs in dem
vorher rohen ungebildeten Zeu*
gungsßoff der organifirten Körper
nachdem er zu feiner Reife und an
den Ort feiner Beflimmung ge*
tangt ifly ein befonaerery dann /^>
benrtang thätiger Trieb rege
wirdi ihre beftinmte Geßak an^
fangs anzunehmen, dann lebens^
- lang zu erhalten ^ und wenn fie
ja etwa verßimmelt worden, ivo
möglich wieder hermfteäeu.
Ein Triehy der folglich jsu den
JUbenskräften gehört , i$r. aber
eben
eben fo deMich von den übrigen
Arten der Lebenskraft der orga^
nifirten Körper {der ContraSilu
tut 9 Irritabilität^ Senßlität etc.)
ah von den allgemeinen phyßfchen
Kräften der Körper überhaupt^
verfchieden iß; der die erße wich*
t^e Kraft zu aller Zeugungy
Ernälirung^ und ReproduSlion
zu fetfn fcheint, und den man um
^. ihn von andern Lebenskräften
zu unterftkeideUi mit dem Namen
des Bildungstriebes (nifus (or-
matiuus) bezeichnen kan*
Hoffentlich ift für die mehreren
I^efer die Erinnerung fehr fiberflUf-
fig, dafs das IPori Bildungstrieb,
ip gut» "vrie die IForte Attradion f ),
Bf Schwere
f ) So fftgt S.B. NEWTON in den Quillionea
«o der itcn Ausg. feiaer Opdk, $.380»
der Cltrkifcken Ueberf. ^HtmQ rfcem
«ct^ionif ita hk «cdpi v4imr vt in
vniner'
*€
Schwere etc. zu nichts mehr und
nichts weniger dienen foU , als eine
Kraft zu bezeichnen, deren conftante
V7irkung aus der Erfahrung aner*
kanntVorden, deren Ur fache aber
fo gut "«rie die Urfache der genann«
cen, noch fo allgemein anerkannten
Naturkräfte, &Xr un% qUalitas occulta
ift^ Es gilt von allen diefen Kräften
was OviD fagt: — cauffa tatet; vis
0ß notißma. Das Verdienft beym
Studium diefer Kräfte ill nur das»
ihre Wirkungen näher' zu beftim-
men und auf allgemeinere Gefetze
isucück zu bringen.
p' Albmbert^s Nachfolger , der
Hr. M» DK CoFDORC£T fagt in fei-
iuer. Lobrede auf unfern Haller
bey
vniueffim fibammdo vim aliquam fiptifi*
care fiitef/fjatflir, qtia ftfwa üä fi mutM
ttudänti tiäcnn^ue ileffiM» caiifae attri'
imendä fit m vis."
^7
hey Gelegenheit der Irritabilität i
"Man fing vie gewöhnlich damit
an , dafs man die Wahrheit der Sa-
che läugnete; — und da das end-
lich doch nicht länger mit Ehren
fich thun lies» fo endigte man da*
mit, dafs man nun Tagte, das fey ja
Ncras altes längft bekanntes ! '^
Da man nun neuerlich . fcbon
icharfOchtig genug "«worden ift, eben
diie thierifche Reizbarkeit fchon im
Homer , und den Harveyifchen
Blutumlauf im Prediger Salomo
befchrieben zu finden, fo müfste es
vollends nicht gut feyn, 'venn fich
nicht auch zur Noth der ganze nifur
formativus aus allen den Werken
liber die Erzeugung, die feit 2000
Jahren gefchrieben und nun zufam-
fiien zu keiner kleinen Bibliothek
^ngefch^roUen find , follte heraus-
deuten laflen. Zumal da die vis
ptaßica der Alten (befonders der
• peri»
peripatöttfchen Schule) hey der
Aehnlichkeit des Namens mit nifuf
formativus za einem folchen qui pra
quo verleiten konnte»
Es foU mich aber freuen ♦ wena
man mir einen einzigen diefer Alten
aufftellt, der von feiner plaftifcheit
Kraft auch nur einigermafsen die
beftimmten und den Phänomenen
des ^eugungsgefchäftes fo genau
entfprecbenden Begriffe gäbe fX
wie
•|*) Noch tm beftimmteften druckt fleh doch
F. BoHAMico der bekttiute Ariftotcliker
dträber aus , de fotmtitUne faetns p. 5lg*
«* Spintut in ßirea ftminit fubßantia coiw
.frektnfiift afferfits nutem a caUre caelcfii,
tt vi a fatff aecept» , et ea quam a coeh
,faftieipAt^ in vttrum foeminae cenieBnu
.nncoquh meterias a /mmuim infufis et
,,pT0 ratieme iffarum vanriis medig äffeienf
ufff^ inflntmenta, Dmm vere ea fahricat
^,affHUfmr Facukas haTXmrm fen l<ffu»^
^9
Vie ich ße in diefen Blättern, (beron.
ders im dntten Abfchnitt) vom Bil-r
dungstriebe zu geben verfucht habe.
Ein fehr fcharffichtiger Phyfiologe
Hr. C.F. WoLFF in Petersburg hat
eine andre Kraft fürs Wachsthum
der Thiere und Pflanzen angenom-
men, die er vis effentiaiis nennt:
und die ebenfalls, wenn man £e
blos. vom Hörenfagen kennt , auf
den erften Blick mit dem nifur for-
mativüs vermengt werden könnte.
Die gänzliche Verfchiedenheit
izwifchen beiden mufs aber einem
jeden einleuchten, fobald er (Ich die
Mühe nimmt, den wahren Begriff
den Hr. Wolfp felbft von feiner
vis
>,7«Ky* Sei vki txßruää fwirinn infim*
»wcMfa, vi iis vH qneMt qußt frius trat
»,w ftfmatrht, iMis vtens diinurat in
nüHmittM»
i I
= }•
ir ißtiiSi Um
«imA ia Nik
Joieoderiadis
«OTiri Dieb
in Re^ojlit am
odurdii&Jfil.
Imk {elnd]|
■wb kr den
fateGe.
1 «Uft
III
JO
vis ejfentiaiif angiebt in (einer thioria
generationis nachzulefen f)*
Ihm
f ) $0 z. B. S. 12. <• Vis veiitaHHum ejen-
fttialis ea eft vis» qna httmoret ex ctftnm*
»fiacenU t«rM» vel aliis torfmkus coBi"
»tpaitnft fukire tüdicem CAgsntiir, fer
iiMmMi fhuum diJhikuMHtnr^ fwiim ad
ntdiverfa Uca deftmtmtwr^ fortim fnas eX'
ftfeüitfitwr*"
S* 13« **lln9eam^ vero /ii haec vit» ßve
nUttfäSriXf ßve fnpulfiva, ßve «cVi ex-
npmf9 debitüt ßve cwtpofttä ex emnihur
ffbifie et fluribus ; med» patßet enarrätoit
i^efedus, et penatttr, peßä fhnta et bw
umerihMt nntritiit Mfylicatist id qued ex-
tfpef ientia eenßmatum efl: fuffdet ea
„ fraefenti fiepe et vecalritw a m vis w-
tttetabüium effentiaUs'*
nnd in Anwendung auf die Erzeugung der
Thiere S.73. ^* Emkryenem bec tempore
„(wo /«. ^t berat incubate^ ex fuhßantia
,.iw wtriri demmßrant iBixs velumeu
•,m^, pirfeäienes acfnißtäe^ ' abfintia
ucxm-
3»
Ihm ift (eine vis eJfmtiaHs blos
diejenige Kraft « wodurch der Nah-
rungsftofF in die Pflanze oder in das
junge Thier getrieben wird. Dieis
ift folglich zwar ein Requiiit zum
Bildungstrieb — ; aber bey weitem
nicht der Bildungstrieb felbft. Denn
jene vis ejfentiatis Wodurch die Nah-
rungsfäfte in die Pflanzte gebracht
werden, zeigt fich auch bey den
unförmlichften , widernatürlichften»
wuchernden Auswüchfen der Ge-
wächfe
>, tuiuicnnqut aUnt mättriai » e^nßsmtio
u »Ihtminis et viuUi fnctedens^ experimenta
uinfirists rtcenftuia; coHfejneutir : tranf"
„fftf fwrtiCMlat nutfUntes tx 9Vß ad mhy^
«tiMWf et exifiere vim, ^na id ptrfiäturt
9,quä9 uen efi fyflMca cordis et «rferM«
»inmr» nefue btne ftBn pftß0 in vtnoi
i^vidnast neqxe häfxm etmfrtßh ä wntm
9%mxfiuhfxmt difigintem ähsqne eanaUbuSt
t%vimH dttirmmmtihut t ade9qne muiUitm
s,iflf(S« i'')qMam atqui v9(Mk9 eflTciitialein*"
314
Sputet! gekommen; und in dem noüh
nicht bekannt gemachten Theil fei-
nes letzten grofsen Werks f) von
feiner vorigen Meinung nieder ab-
gegangen feyn mag. Auf keinen
Fall wird aber Haller^s Ruhm das
mindefte von feinem verdienten
Glänze verlieren, wenn Er auch
dennoch die eingewickelten Keime
ferner behauptet, und fich der all«
liiäligen Bildung noch weiter wieder«»
fetzt haben follte 5 fo wenig als es
Harvev's und Newtoüt^s ewigen
Nachruhm fchträchen darf, dafar
Jener das Dafeyn der Milchgefäfse
im thierifchen Körper» und Diefer
die Möglichkeit der farbenlofen
Fernröhren geläugnet hat!
f ) Er fchrieb mir fdbft d« ag« Au^ 1776b
«*Ich danke der V^rfehang« die mir fo
„viele Lebenizeit gegeben hat, dafs ich
,, eine neae Auflage der Phyfiologie habe
„ansarbeiten können» ohne die ich der
,, Welt viele Fehler würde zu wiederlegen
„gelafTcn haben/'
• • • • _ •-
• Zweyter
i1
Zweytcr Abfchnitt.
frUfwfg 4er Haupt "Gründe für die
vorgegebne JPräexifienz des präformir*
ten Keims im weiblichen Eye^ und Ge*
gengründe zu ihrer if^dertegung.
Am ij*^ May I7f 8* ^9xd in der
Verfammlung der königlichen Socie«
tat der Wiflenfchaften zu Göctingen
die berühmte Abhandlung des Hrn.
VON Haller ihres damaligen Präfi«
deuten über die Bildung des Her-
2ens im bebrüteten Küchelgen ab«
gelefen, worin man nachher das
argumentum cruüs zu Gunften def
präformirten Keime zu finden ge«
glaubt hau Ihr VerfaOer Tagt n^m.
lieh, er habe gefunden, dafs die
Haut des Dotters im bebrüteten £y
mit den Häuten des daran hängen«
C z den
i6
den Küclielgetis , utid die Bltitgt-
fäfse des letztem eben fo mit den
Adern der fo genan nten 7%tfra venofa
des Dotters continuirten. Nun aber
habe der Dotter mit feiner Haut
fchon im Eyerftock der unbefruchte-
ten Henne präexiftirt, folglich nach
aller Wahrfcheinlichkeit auch zu-
gleich mit derfelben> obgleich un-
fichtbar das damit continuirende
Küche] gen. -^ Doch'dctickte ßch der
vorfichtige Mann anfangs immer
noch behutfam und gleichfam
fchwankend über diefe ScUufsfolge
aus t)«
Hn BoNNiT hingegen , der bald
nachher (eine Betrachtungen über
die organifirten Körper herausgab^
und fchon vorher für die £nt^
wickelung der präformirten Keime
einge«
i') ** rev«/iitMif cmmenci ä nu panitn Iß
ttflns ffoMli etc."
?7
eingenommen ^ar, fafste gleich die
Hallerfche Bemerkung, erklärte (ie
ftir (chlechcerdings unwiederredlicb,
und hielt durch He die Wahrheit
jener Hypothefe für ganz ausge-
macht erliefen f)*
Und
«}•} Mftn fehe z.B. die Vorrede zii diefem fei«
neti Werke S. ix u«f. der Ausg. v. 1769.
** Enßn cetti ditouvirti imp9¥t4nti*' (^e
U Cerme apparteKoit i h FemeUt , f «'t/
friexißoit ginß h la Fec^nd^tivu, et que
r£vo/«tf0ff aoit la Loi univerfttti des Efref
§rganips^ %^qnt i^attendüs et fne favit
•fOfi ffidire, me fut anwmcie en ^TST^fet
f,Mr, U Baren de Haller, f«i la teiieit
ude la Satmre eUe " mime." ^^ *' La dScou*
uvette de Mr. de Hallfr frwveit d^une
nmamire ineonteßablet que le Faulet afpat'
ffteneit »riginairement ä la Vemle^ et fu'il
nfriexifleit ä la Conception."
und iu feinem Briefe an Hrn V. Hallf.r
▼. 30. OÄ. 1758? ••^•/ Penlets m'entkäH'
M teilt; je H*avois pas efpiri que te feitet
C 3 ude
38
Ünä nun crft lies ßch auch Hr.
VON Haller immer mehr und mehr
von der Wichtigkeit diefer feiner
Bemerkung einnehmen, fo dafs er
in den fpätern Schriften kein Beden-
ken trug, üe für eben ib entfchei-
dend auszugeben» als fein Freund
BONKET. ^
Da ich felbft ehedem in Schriften
ib gut Vie hundert andre Naturfor-
fcher und Phyfiologen auf diefe be-
rühmte Bemerkung als auf den
Grundpfeiler des Evolutionsfyilem
gefufst habe, ib darf ich um fo ve-
niger Anftand nehmen, nun jetzt
meine Verwunderung in äufsern,
wie in aller .Welt wir allefammt ei-
ner im gegenwärtigen Falle fa
fchlechterdings nichts beweifenden
Bebaup-
ffde la CinintHtn commnutnit ftSt i ft
Behauptung eip fo vermeintlich- un-
:wiederredliches Gewicht haben bey-
.iegen können!
, Penn — gefetzt auch , dafs jene
Continuation der Häute und Blut«-
geföfse des Dotters mit den Häuten
und Blutgefärsen des bebrüteten
Küc^elgens feine Richtigkeit hätte
( — gefetzt nemlichj denn die Sache
felbft iftj wie die forgfäldgfte ge-
nauefte Beobachtung gelehrt hat,
noch ganz und gar zweifelhaft» und,
> wie jeder zugeben wird, der felbft
: gebrütete Eyer unterfucht hat, fehr
Ichwer mit Gewifsheit - zu behaji-
:.ptcn ' — ): fo folgt ja daraus noch
. ibey weiten nicht, dafs diefe Häute
und.Gefafse, wenn de auch wirklich
nun mit einander rontöidfr^^t deshalb
; ^uch von je zufammen roäi^^frt ha-
lben müfsten! Genug Erfcheinungen
Jin organißrten jCörpern zeigen da$
crftere, ohne dafs man Hch wird
. ' - C 4 beykom-r
40
beykoramen JalTea t ^rau$ ^%
^e^eyte zu folgern. So au» dem
GeVachsreich gleich ein Seylpurl
ftact vieler: die fonderbaren Ve*>
getationen die an allerhand Pflanseü
durch den blofsen Stich det Gall«
'vzefpen verurfacht werden» vorziig^
lieh die fbgenannten Sohlafäpfel
oder Bedeguar f) an den vildeil
RofenftScken. Die Rinde dea Ro^
ienftocks überzieht auch diefe gan4
^eti moosartigen aber zuftiltig ent*
ftandnen Gewächfe» und wenn man
frifche oder einige Tage lang einge*
weichte Sohlafäpfel mit dem Aft^»
an welchem fie Gtzen, durchfchnei«
det , fo zeigt Geh der Uebergang der
holzigen Gefafse des Rofenftooks
in den holzigen Kern des Bede*
guar aufs fichtlichfte, und zuweilen
mit einer ausnehmenden Sauberkeit.
Sollen aber darum auch dieCe Co zu*
fäUi.
4^
ßUHgeft Produftc eiltet Icleineit
Mücke Ton je mit dem Rofenftocke
eaexifiirty und in allen AeRen und
Blättern atlcfr Rofehftocke der Welt
4ineh tiberalt eingevri ekelte Keime
lUr ^ahUbfe Schlafapfel prUixiflirt ha*
ben , die alle aufs Gerathewohl da
gelegen hätten, foifi endlich das tau-
feiidmal taufendflie von ihnen durch
^en vohlthätigen Stachel eines hin*
aufliegenden Cynips ^ur Entwicke»
lvm% angetrieben -v^orden ?
und nun im Thierreich — Wie
-oft werden nach den zuFaliigften
Entzündungen von EingeweJden etCt
durch ErgidTsung plaftifcher Lymphe
neuerzeugte Haute und in diefen,
ofi: binnen vp^enigen Tagen neue Blut«
gefäfee gebildet , die beiderfeits mit
4e3i Hiaten und Cefäfsen der be«
fiadibarten EingeKreide continuirm^
obnedafs man daraus ihre beftändige
Ch^ißtnz tait d^^itirelbe» zu folgern,
C s ßch
4^
fich ^rd einfallen laSkn, Und da-
init man nicht etwa einwende» dtefs
feyen blos wideriiacürlichp Erfch^i-
nuugen im krankhaften Zuftande
der Thiere, ib erinnere man (Ich
der neuerlich fo berühmt wordnen,
ibgenannten Hunterfchen Haut» die
jedesmal nach einer fruchtbaren Em-
pfängnis den künftigen Aufenthalt
der nun zu erzeugenden Leibet
frucht und ihrer Hüllen vom neuen
auskleidet» und deren filutgefäfse»
2Umal da wo die Adern der Nabel-
schnur in ihr Wurzel fchlagen Tol-
len y aufs ficbelichfte mit den Blut»
gef äfsen der Mutter felbft conti«
nüiren*
. In allen diefen angeführten Fäl-
len wuchert gleichfam die neu er-
zeugte Haut und ihre Gef^fse ms
den benachbarten Eingeweiden her-
aus 9 lind fo würden in der An^viren«
düng Aufs bebrutete Hühngen auch
feine
4J
üine Cefäße unil ^ Häute erft aus
des Dotters feinen ausgemeben wer-
den können.
V Allein es läfstficb aueh noclr ein
,2veyter Fall gedenken» den auch
ichon ein fcharflkhuger Nacurfor-
fcher» Hr., Paul f) der HaHerfchen
.Demonftration entgegengefetzt hat.
Gefetzt, - dafs jene Dotterhaut mit
ihren unfichtbaren GelUlsen fqhon
im Eyerftock der Henne prSexiftirt
habe, fo kau ja demohngeachtet das
Küchelgen erft während des Bebrü«
tens erzeugt, und nur die Blucge*
fafse deflelben in^ die Ade^ n j^ner
Haut eingepropftf und fo beide mit
einander verbunden worden feym
> ■ ,■ . '
^ Hr* VON Raller hat diefen Ein«
wurf laut und geradezu verworfen,
und
,* ^') In der Vorrede, xo^i VUIten Btnde der
1% fqq.
44
und es Rhr fchlechterdtiigs uumögiich
erklärt, cUfs di^ unendlich zarten
Adern des dann noch microfcopifch
kleinen Küchelgens in die grofsen
'Geföfse des riefenmärsigen Dotters
eingepfropft werden könnten f).
Nun und eben diefer unendlich
•verdienftvolle Mann'f der diefe Ein*
Pfropfung beym Küchelgen unmög«.
lieh nennt» der ergreift hingegen im
nemlichen Werke ff), da wo er
von der menfchlichen Befruchtung
handele, eine völlig gleiche Ein«
■Pfropfung der Blutge^fse ohne alles
Bedenken! Er nimmt nemlich an«
der
f ) '«T/vwfMMi firi f^tß» vt inter tmhlim
mÜlimufiif minmm % it waBimeßn niäiwrem
ttminitv nism" &rar, pbyßoU T- VUf •
F.f. p.94. vngU mit den prim. Ihu
phyßri. 1 St3* and de» tfmb. mmmik,
; . T. U. pas-.4i9*
ff) BUm. pkyßof. a« a. 0. S.&57.
4%
der üiiendlicH kleine YnenTchli^he
^ Keim der nun aus dem Eyerftocke
in die Mutterhöhle angelangt feys
der Tolle nun mittelft feines Mutter*
ku€hen an derfelben befeftigt ver-f
den« Und wie das ? Nicht anders
als durch Einpfropfung feiner mi-
crofcopifchen Nabelgefäfsgen in die
riefenmäfsigen Blutgeßlfse der Gebär«
mutter. —
Die neuern Verfechter der Evo-
lution machten, vie vir gefehen
haben, den Eydotter tut Stütze ihrer
Hypothefe.
Weit früher fchon hat man fich
des Frofihlaichs tu gleichem Z^^reck
bedienen -w^ollen.
SwAMMERDAM nemlich verkün-
digte vor mehr als hundert Jahren
die wunderbare Entdeckung^ dafs
der fchwarie Funkt im Frofchlaich
■ das
4«
I «Wli^
das in allen feinen Theilen vol&öfti*
men ausgebildete Fröfchgen fey»
das auch fchon im Eyerftock obfdion
faft unflchtbar piäfbrmirt * geiegeh
habe u.Cvr* f)
Der
ff iß » nfgmm iBud pmBim % qu$d in mris
g^tmumm viden efli ipfwm , toMMWuhm
ffdimikMS fnis fanikus abßbawmi tMam»
,»tem VW it drcumfnjwm Hhtm lipiwini
»«iiofi nifi aütmnum em tjß: qu9d iffim
^finßm dilatatttm ita aUematHft vt ixki
ncmn velit foßt" etc.
** Atagis mimm ißt hunc ipfitm ranm^
cuUm in ovürio vsque ad99 exigumn 9rtHt
et inerentinti fiii prineifimn haben ^ vt
nfnh bae tmttUa nuk dHiUfcat"
und bald bernach deht er daim fha
allgemeinen SchluTs : ** Nalitf mihi in tf
„rum natwTM generätitnif fid foU fropa^
^tgtticni «fl incfimeutü partium hcus '^9
nvUituri ^H c(ifu 9mitif' iMdmlahir"
9%*
»
47^
Dem guten Mann fcheint geahndet
zu haben veich ein mifsliches, ver*
gSngliches Ding es mit aller zeitlt*
ehen eitlen Ehre folcher Entdeckung
gen fey , und bekanntlich fachte er
dalilr bald hernach ein fblideres
Gluck der Myftik im Schoofse bey
Mamfell Bovrioko^. Denn wirk,
lieh hat nun jetzt die undankbare
heutige Welt jene wunderbare Ent*
deckung dem berühmten Hrn. Abt
SfallanzaKi Äügefchrieben, der fie
freylich in mehrerri Schriften, zumal
aber im zweyten Band feiner Ab-
handlungen f) mit vieler Umftänd-
lichkeit vorgetragen hat.
Auch er nennt nemlich das
fchwarze Fleckgen im befruchteten
Fro&hlaich geradezu Kaulquappe
oder
i) Dißifumimi ii fßca mUmOe, t viittOiU
T^ IL fis Mtdtm i^ao. Ü«
4?
m
oder junges Fröfchgcn f). Und
da nun dicfes Fieckgen im uube^
fruchteten Laich doch fchon eben fa
ausGeht, vie im befruchteten ft)» fö
ift n;lch feiner Logik nichts natürlir
eher, als dafs daflelbe auch, im er*
ftern und fchon in Mutterleibe
Kaulquappe oder junges Fröfchgen
gewefen ift ftt)»
Ick
f ) '*4 parlart fhfifeMUHH fuöv iMt i ehe
•»fl ghrin9 medifimo rn fi ßejß ewueutrat$f
»it rißrettü* ü ^naU meduHte h fecoHdM-
,,%itni fi fvihfpä^ 9d aiquifla le faieui
,,di ahimaU:' pag. II. §.XVII.
ti*) **q»ffii l^Htt n9H fecondäti Kon fino per
^,venm cfM» dißiuiMiMi dai feee/kHatt
§. XVUI»,
fti) •*«<» < ^ekent fetemiui nen /hm ehe t
„neet fecendati lo furmno dtrefi; e Cen»
ufignentexHente neUa neftr» raUa. il fetä
»pefifie m In fm ehe §khmß lafieenii^
49
Ich "veis nicht» vas man von
einend Chemiker urtheilen \triirde^
dem es beliebte ^ iein Klümpgen
Stlberamalgama deswegen eineti
Dianehbaum zu nennen, \reil doch
wenn nun verdünnte Silberauflo*
fung dazu käme, Geh allerdings fo
ein Baum daraus bilden würde, und
da nun ein folches Klümpgen aufser
der jSilberfolution übrigens eben Ib
ausfahe» als nachdem es Jb ebeoi
unter diefelbe gebracht worden, fo
müfle folglich auch in jenem der
präformirtß Dianenbaum pfäexiflirt
haben u. £ w»
Man mufs fich ichämen^ eine Be«
hauptung noch lange wiederlegen zu
wollen, von deren abfaluten Un*
grund fich jedes gefunde, präjudiz-
lofe und im Beobachten nur nicht
ganz ungeübte Auge alle Frühjahr
Überzeugen kan. Wer fich je die
kleine Mühe gegeben hat, da%
D Frofch*
Frofchli^h gtnau 2U unterfucb^n,
d«r virdgelbhen mttfTeti, daft der
Ein&U, das fchvarte Fleckgen in
demfelben tum Kaulqfuappen zu de-
monftriren, dte glOckiichfte An^en.
düng Ton der Logik des Btoder
Peter im Mihrgen von der
Tonne fey» der ;Auch feinen Brtt«
dern das hausbadkne Brod fiir einen
exquifi^n Hammelbracen andemon«
ftriren* sollte.
. Doch dje VerfedMer dto mfitter-
liehen Keime find weiCir gegangen.^
Sie haben fich geradezu auf Fälle
berufen, wo fogar MfSdgm in aller
ihrer jungfräulichen Unfehuld durch
die unseitige Enrwickelung eines
ibkhen kldnen Keims guter HoB^
itüng worden.
• *
Wie doch ^e Dinge zuweilen
fimderbar {EU&mmMtr^a mfiflen«-
- ^ Gerade
ft
C«raiAfc im neitalicten Jiiliiiß,
SWAHiliEliDllt ftitiö obgedachte
£n«detkutig im Ftorchlaich kuiti
Chat» «rdgtiew Üdk^ nach dem in
den Tageba^hern det kaiferlichen
Akademie deir Nacurfbffeher von ei»
»em berühmten Leibarzt feiner Zeit»
dem Dr. CtülÜDEH gegebnen fie-
ridit» in Sa^hfenland ein Qrfur, der
mit jener Entdeckung xrie Schachtel
und Deckel zufammen pafste» Ein«
MaUersfrau kommt mit einem MSd^
gen in die Wochen » das einen un-
gewöhnlich hohen Leib, mit 2ur
weit bringt. Acht tage hier^f
wird das kleine dickleibige Mädgen
^mitgrofsen Wehtagen und Unruhe
befallen» fehr Weinend und ängftlich»
dafs alle die/Umftehende nicht an-
ders vermeint» als es würde im Nu
fterben. Immittelft gebieret das
kranke Kind ordentlicher Weife ein
MTtiges » yollftändiges , lebendiges
Töchterlein » in der Länge 4es mitt-
P a l?rn
fÄ
lern Fingers » • welches auch gietauft
worden. Bey und Vährend der Ge^
bürt ift alles an Afcerbürde und
andrer Unreinigkeit abgegangen,
beide Kinder aber find kurz folgende
Tage hierauf geftorben." f)
• *
Der Hr. von Hallek fetzt rich-
tig diefe Gefchichte nebft einer an^
dern aus den fchwedifchen Abhand«
lungen, vo man bey der Sedion
eines Mädgen, Knochen > Zähne
und
f) Ich liefre dit eignen iBTorte eines andern
gleichzeitigen Arztes des Dr. Oito, der
von der Grofsmutter , ncmlich von der,
Mfillersfran in ihrer Schwangerfchaft con-
fultirt vrorden, und defTen Enkel den
ganzen Cafnt in einer befondem Ab-
handinng anter folgendem Titel gar ge*
lehrt und fabtil vindicirt und illuftrirt hat;
D. C. I. Aug. Ottomis efiß^U de foetm
fiuffera /. de ffttu in fiet». WHffAifels,
» •
fj
und Haare in einer Gefchwülft des
Gekröfes gefunden, unter die Häupt-
ftüczen der Wahrheit der mütterli-
chen Keime t).
Aber auch in ScHMUCKEa's ver*
imfchten chirurgifchen Schriften be-
schreibt eiti Anonymus die Leichen-
ofihung eines Mädgen , bey dem
inan ßatt der Gebärmutter einen
runden, harten mit Haaren bewach-
fenen Körper einer ftarkert- Wall-
D j nufs
. f ) In der rverdmif EneyüffUU, T.XVUI.
ltrt.FETyS. p.7aK '*n y a plust in a
„vu dans une vittie conßawnuntt teüe et
. „ recofimQißabU par l'inUgriU di fin bymen,
atdes dentSt des üßmens et des ebevenx
^renfermis dans wie tumeur du mifentere»
. i»Ge fftenrnnene rapporti dans les Mim* de
. tt^ac. de Suede, a iii ohferpi depnis ffn
n,eu ABemaffie» Ihi Utui femeüe, incapable ]^
41 üjkriment d'admettre le wUe eß n( avtc ] j
II im flatus /orwl an dedans de hu" * '
»ufs greft geFonden« 4ff da aiiflgt«
ftaltnes KinclerkQpfgeii vorgi^ft^Utu
Das KSpfgen habe i^m^y vpllli^ainnK«
ne Zähne und in ieintr CaivitäK «(^
ira$ Gehirn- ähnliches g^abt etc«
Da die Ver^ebeer 4ef «itteterli«
chen JCeinae imv^ef foi Jaul uncl driii«
gend proce(tireii9 d^s man doch
^ren MioimJktimgm nicht blofse«
Rlifonnement fuigegen ftellen feilet
fo entböte i«h mich aneb hier alle«
Käfpnnements » fondern v^ill ihnen
blos Zug fttr Zug, Beobachtung
gegen Beobaditong vorlegen , nem«
lieh von nicht minder mericvmrdi*
gen und unterhahenden und unge*
^hr eben fö glaubwttrdigen Fällen«
"WO fich auch Jliamuperfimm oder
isndre männliche Thiere in gefegne-
ten Leibesumftänden befunden ha*
ben füllen , und ich ho£^ nicht» dafs
diefe meirie, den müttniichm Keimen
gerade wiedQrfpcecheodeAutontäten,
der
i«r G^«a)^aftia» ihren' nüchftdlieiv
DM! F«U J5« B. aus den fokwedi^
fchen AUitiidtoiigen kttß' kh einen
aus der Geicbichte der königl. Akad.
der Wiffen&haften nn Park entge*
gen, da ein JiHi miiten in etaem'
iVerfuche 1i\m das Zei^ung!^«
Ccfaäfte fehr aor Unwit nntef turo*
diieu ir ard » und von Stimd^ an in
gewiffim.TJbeilen die eimaal ein an-
drer Abbi der heü Abaklarb dwcli
-fiifen ähnlichen Anlafs i;aiia esnge^
Jbüisfi but) €tne liarte ; Ge&hvuJft
lEÖike. Ei kam zur OperattoHi und
&in Wundans^ ▼erfidmrt der ko»
nigiyien Akadenye > dem Ifrn. P>
ti/tnten ein^ veriiüftetes Kindgen t)
4itts befiqsien Tk^en gefclmttren sv
Üben»
r - 4 Dit
'*^ t) nM y Ülßinptit U the, lif fkdr n ks
. Die Gefchichte von der Mulfers«
frau in den Tagebüchern der . kaifer^
liehen Akad. der Naturfbrfcher, denke
ich mit einer andern in den PMhfo»
phicat TranfaSlions aufzuwiegen » da
ein m&nnüches Windfpiel ein le-
bendiges junges Httndgen par
ämmt van.ficb gegeben haben iolL
Statx der Hrn. Clauder und Otto
^ie jene Gefchichte bezeugen^ nenne
ich awey Gewührsleute » auf die
England flolz feyn muis: Dr.WAi^
Lis und Edm. Hälley.
Endlich A^m anonymus bey
Schmucker fetze ich einen anony^
fnus beym ehrwürdigen Fr. Ruysck
entgegen, der diefem ein ähnliches
i'rodud, nemlich eine knochi^hte
Schaale wie eine halbe Wallnufe
verehrte», die er nebft vier voll«
kommnen Backzähnen und einem
Knaul Haare vom Magen einer
männlichen Leiche losgefchnitten %u
haben verficherce«
Das
f7
Das Vire denn alfo Autorität ge-
^en Autorität. Ich glaube man kaA
nicht- gewiffenhafter 2U Werke
gehn, als ich hier zu Werke gegan-
gen bins und in (bfern, dächte ich»
wären wir wenigftens quitt. Doch
litthe ich, wenns gefällig wäre,
überhaupt beym gegenwärtigen
«Streite, diefe Art yon Httlfstruppeit
vor der Hand aus dem Spiele zu
iaflen> ich ftellte die meinigen blos
darum auf, weil die Gegenpartie mit
den ihrigen ins Feld zu rücken fQt
{^at befunden hatte*
Das ift das Hauptfächlichfte, was
ich den bertthmteilen Be weifen, die
von den Verthetdigern der pyäfor*
mirten mütterlichen Keime filr die
iinnlichft entfcheidenden ausgegeben
werden 9 entgegen zu fetzen habe*
D f Diefen
Oi^fdii darf Ml 9k9t nun i{6ch
tiQige ändert aus Erfahrmig
fem GegfHgrttnt}« b^yftlgtn»
^nehin vqhl dtll Wetth jenei
EinfchachtelungsliypptJidre boy un«
l^fangeiH^n yni aaiohdtnkeiidQn Le^
fern zu i»f ftimmcm» hiareicbend %n
Aörften«
' , . ,
Sq «. 9* di^ 4«r0hgelieQd$ beftäiigM
|;rf9hrung» dato ßch audi dmi Wt
^aiFnet^Oen Auge doch nie foglcikh
^^' fondera immer ^rft eine geraume»
zum Theil betr'füctitlitb lange Zett«
nach der Befruchtung die erde Spur
des neuempfangnen Menfchen oder
Thiers, oder Gewüchfes zeigt« • Es
](^int.fifAi nieht; der Mtthe» fttzt
noch die fahelhllien Sa0»a des Hib4
i^ocuATtsi un4 fe vieler aadtheri-
gen guten Aken m rügen ^ 4ie in
flen erften Tegen naek fttf Km*
p&ngm9 (ebon v^jUig kenntltohe aue^
gebildete menfchliche LeibesfrttdKe
gefehen
tf
fsfehenitu ifabfü meinten« Sie
d^n bey 4eii wenigeii HUlfstnntelrt
Vn4 der feknenQelfg^nHeit in ^netk
Reiten um fo yers^ihlicher, venu
mskti bedenkt« äeJs felbfl: n^iierci
Aersste vqii ungleich mehr ausge«*
breiceter Erfahrung in diefeia Fache,
noch ähnliche folche Qehauptungea
gewagt haben. So hait ufi9 Mavhi^
^JkhV mit Abbildiungeil von I^eibes«
frtt^hien von j^T^ent von einm
T^g y. f. ^.. befchenhc , und Tq hsh
ben MALfioHi Yind CsiQüKt ^oa
im unbebrttceten £y finei getretnen
üenuei und let^crer ibget in Wiasd»
f yem von Httnern« denen fiph noch
nie ein Hahn genaht hattet das K^
chelgen und feine Theile geff^hn Sil
^ben» verfiphem dttrfen«
. Kein vorfichtiger und cuverläiH«
MX Beobachter ^opiid aber vor der
4ntWi Woche der Seh vangerfchaft
>«wen tti^e3:weifilt vafaoreiit menfcH*
liehen
60
liichen Embryt),' oder im bebr&feteit ^
Hühnerey in den erften zvölf Stun-
den auch nur eine dunkle, und vor
Ende des zweyten Tages, eine
deutliche Spur des KQchelgens ge-
fehn haben. Vordiefem, einer je*
den Gattung von Thieren und Ge-
iw'ächfen von der Natur auf längere
oder kürzere Zeit vorgefchriebenea
Termin t)j ift fchlechterdings ihre
neUempfangene Brut nicht zu erken-
nen : ein Ümftand , der bey der
Vollkommenheit unfrer Vergröfse-
rungsgläfer und andrer mechani-
fchen Hülfsmittel und Handgriffe der
Theorie der präformiirten Keime ge-
^ifs f nichts 'W'eniger als^ gfluftig
feyn kan.
r Eben
•J*) So zeige fich z. B. ^eym tri(chtigen' C*-
ninchm die eAe Spur der neiicmpfan«
gnen Fracht nicht vor dem 9ten'Tage$
bey der Schaafmutter nicht vor dem
I9ten; bey der Hurfchkuh nicht vor 4fr
.7tcii Woche a. f. w..
ei
^ Eben fo wenig ift abzufeheh, "vie
itt aller Welt die Gönner der präfor*
mirten Keime, die unzähligen Fälle
von Entftehung und Ausbildung
ganz zufälliger Weife neuerzeugter^
im natürlichen Bau gar nicht exifti*
render organifcher Theile mit ihrer
Einfchachtelungshypotbefe zufam«
men reimen wollen.
' Nur gleich -wenige Beyfpiele der
Art ftatt vieler.
• _
. Eine Frau wird guter Hoffnung^
aber ihr Kind ift niclu in dem eigent^
liehen Ort feiner Be(timmung, fou:-
dern darneben in einer der beiden
Fallopifchen Röhren empfangen
worden , die berftet endlich bey zu-
nehmendem Wachsthutn des armen
verirrten Gefchöpfes , und diefes
fällt nun in die Bauchhöhle der
Mutter. Was thut die Natur? Sie
ergielst eine Menge pläftifcher Lym«
iiie^ die (ich zu deutlich organifirten
•' ^ Häuten
€i
Häuten bildiet, und den f otüs in^
cruftirti ti^ie ein^ Mumie ein^rickeli
und dadurch die der Mutter fonft
tödliche Fiiulung delTelbetl Verhütet)
fo dafs fie nuii noch lüiige J^hre mit
diefer 2Nrar ISltigeiR) khibt doch nicht
gefährlithen Burdd herumgehen kan;
Die nachherigen Lekhen<$fhung#ll
aber zeigen offenbar > dafs dieA
durch einen Zufall veranlafaten neu-
erzeugten Membranen mit lEahlrei^
chenBlutgefäfsen durchtrebt find f),
die doch irohl (thirerltth im ver-
meinten Keime fdion prSexiftire
haben können?
Ein
. f } fcb hahB «iimi Mdicft fotw» WMilt die
Mutttf 8 Jahr fchvitiger gegtngo^ voi
dca «bi aeadcmiiclie Maffttni f»n tntU
iKdi vfrdigtn Freaiule dem Hm. Hofr*
ftidmca kl Gotha «iitfi GcTclMftk «Hid^
tM» im VHt B. der C inü waito ii f i « . A^«
ni^ jfi. e^Utmmf* befchHebeii*
Ein Menrch bricht beide R6hreil
im Vorderarm, hält fich bey der
Heilung niicht ruhig, fo dafs die
Natur den Bruch nicht irie fonft
durch eine Betnfchiriele zuüiitimeii
leimen kan. Was thut de dagegen ?
üe bildet im Bruche fttr beide Röh-^
ren twty neue Celenke , im ganaen
gleich fam einen tyureyten Ellnbogen,
der (Ur (ich allein und ohne Hülfe
der andern Hand volle Beireglich*
keit hat.
Ein anderer verrenkt den Schen^^
kelkopf aus dem Hüfcknochen und
die Natur bildet ihm in felbigem*
eine neue Pfanne f).
Ein Kind kriegt im Mutterleib*
durch den 2ufälligftto Anlafi, 2. B.
blof
^) Ich btbc Ton aUen folchtii FiUco in der.
Orfcb^ «Mi Bifcbnik. der Kit^ebm ief.
9ptf€kL KSrf. S. 43. Biyipif te. ge&miiielc.
^4
blo9 durch unmäfsige Liebesb^zeu-
gungeti des Vaters gegen die
fchwaugere Mutter, einen 'Watkr^
köpf, vrodurch die Hirnichaale un-
geheur waflerfüchtig aufgetrieben
vird, und mächtige leere Zvifchen-
räume zwifchen den ausgedehnten
flachen Knochen derlelben entftehen.
Die Natur iucht 2u helfen, und
fprengt einzelne kleine Knochen«
k^rnchen in diefe Z^ifchenräume»
die zu Zvickelbeinchen ^werden und
diefe gefährlichen Lficken möglichft
ausfüllen, di6 fonft fo vreit aus-
einander flehenden Knochen mitein«
9nder verbinden, und die Hirnfehaale
fchliefsen helfen. Diefe Z^ickeU
beinchen gehören aber nicht zum na-
tärlichen Bau, und finden (ich daher
auch nur fehr feiten, bey Thiereti
oder an den Schedein von vpildett
Völkern ; können folglich auch wohl
fchwerlich im Keime präfbrmirt ge*
'v^efen feyn» Und doch find es
-rahre»
'vrahre » einzelne ^ abgefondert^
Knochen » mit ächten Näthen einge^
fafst. Und 2vrar werden (!e nicht
etvra blos von den benachbarten
natürlichen Nathen der flachen Kno«
chen umfchloflen , fondern oft lie^
gen ihrer ib viele dicht neben- und
untereinander, dafs die mittlem
darunter ganz offenbar auch ihrö
eignen neuerzeugten Näthe bildem
Wie kunftreich aber ift nicht Aet
Bau einer ächten Nath mit ihren
doppeltet^ und dreyfaohen Reihen
von Zäpfgen und Griibgen, die fo be<i.
wundernsir urdig in einander greifen*
Die Schlufsfolgen aus allen diefeii
deyfpielen ergeben Geh von felbft.
Können einmal voUkommne befon«»
dere Knochen, ganz neue unge-«
Vohnliche Gelenke, neue organi«
fche Häute mit eben fo neuen Bluti
^[efäfsen, da gebildet werden, ^d
an keinen dazu pr^formir^en Keim
£ zu
(iberhaupt^ ^ ganzen EinJchachte^
.1 '
Allein auch felbft die Etfclieiniin*
gen bey Zeuffwg der ^aßarde^wie*
derfprechen allen Begriffen von Pras-
^xiftenz > eines präformirten Keimfi
£b fchlechterdings, dais mankaom
abgeht > wie bey einer reifen Ervä-
guog der erftern» die letMern noeh
ernftliche Vertheidiger haben finden
köimen* Mich dünkl. eine ein2ige
Erfahrung wie die, da Hi^ Kölreu«-
7 ER durch wiederholte Erzeugung
fruchtbarer Baftardpflani^en , endlich
die eine Gattung von TdhBk.iNico^
tißna rufiica) So vi^tllkommen in
eine andere {Nicotianapankulata)
verwandelt und umgeichaiZen , daft
fie nicht eine Spur von ihrer ange«.
ftammten mütterlichen Bildung übdg
behalten . hat > mii&te doch die ein^.
- <..- - .^^ genora-
*7
genommenften Verfechter der l)vö^
hitiomtheotie von ihrem Vorurcheil
auruckbringen. Diefer vortreffliche
Beobachter hatte nemlich durch die
kunftliche Befruchtung der erftern
Gattung von Tabak ihit dem Blu«
menftaube von der letztern » fruchte
baren Baftard.faamen erhalten 9 und
hatte dann die daraus gezognen
Pflanzen, (die in ihrer Bildung fchon
da)» Mittel z^iCehen ihren beiden
Stammeltern hielten), vom neueit
und mit gleichen Erfolg mit Blumen«
ftaube von der ptmiculäta befruchtete
Da die{s wiederum fruchtbaren Saa««
snen , und diefer ^ederum Pflanzea
gab die von der mtttterlichen Ge«.
ftaltung noch mehr abwichen, (b
hat er nrit diefen letztern den nemli«
chen Vetfuch noch einmal wieder«
holt» und fo endlich fechs Pflan-
zen erhalten ) die Olmmtlich, ihrer
ganzen Bildung nach, mit der na«
tflrtichen panicülata vollkommen
E z ttber«
übereittitittimten, ohne fichim miiu
defteti weiter von derfelben 2u un«*
tetfcheiden^ fo dafs er iii feinem
claififchen "Werke, der Nachricht
▼on diefen berühmten Verfuchen,
mit ganzem Rechte die AuflchriFc
giebt: Gänzlich vottbr achte Vtf'-
Wandlung etnef natürlichen Pflan^
xmgattimg in die andere^
löh "^eis fehr ^ohl , dafs die
Gönner der Evolution fich bey Er.
kJärung der Baftardörzeugung damit .
auszuhelfen fuchen, dafs fie dem
mä|inlichen ZeugungsftofFe , aufser
der reizenden Kraft, *vromit er
^en fchlafenden mütterlichen .Keim
erwecken foli, in diefem Fall auch
noch bitdenck Kräfte zugeftehen, vro«
durch dann jene Keime freylich in
et^as zur väterlichen Ceftaltung
umgeformt würden etc. Was ift
aber in aller Welt eine folche Aus-
flucht anders, als ein ftilles Geftänd-
nis
«?
nis der gebrechlichen Uauulänglich-
fceit des Keim-fyftems und der
Nothwendigkeit zu Rettung defleU
ben immer doch nebenher zu bil*
denden Kräften Zuflucht nehmen zu
mttflen. Und wenn nun ab#r diefe
bildenden Kräfte fo ftark find, d^fs
fie binnen wenigen Generationen
die ganze Form des mütterlichen
Keims gleichfam vertilgen utid in
eine andere umfehaifen, fo ift nicht
abzufehen, wozu denn alfo über^
haupt der Keim präformirt zu feyn
brauchte ?
E j Dritter
7Ö
Dritter Abfchnitt
BrfiAnmgen zum Erwris dis BiUkngM^
irieiis und zu nSkenr Bißiumung
einiger Gefitze dejßlben.
Hitireifeil ift leichter denn .anß
bauen: und es ift ein alter Vor«
vurf > den man manchen Reforma-
tqren gemacht hiit, difs ihnen das
erftere mit beflerm Glück ak das
lettre von ftatten gegangen. Abec
in der That kan doch» wie Hr«
BoMNET vortreJBich anmerkt f), die
Wiederlegung eines kthums wich«
tiger
«
M koMCMf ; mois U peu pu Tni fait > il
9tfaMi au mwHs U favoir kieu/' in der
Vorrede mm Sßi anaU du /«^ de tamü
u
tiger ^ieyn r «Is - cÜe Erfindung^ '«iner
neuen Wahrheit. Und in fo fern
bliebe diefea Blättern immer einiges
Verdienft, wenn auch blos im vo-
rigen Abfchnitt d&r Ungrund' einer
oeuerlicb^To beliebt \rordnen Hy-
pothefe erwiefen 'srare. AUein ich
hoffe , dafs nun auch der gegenwär-
tige würkiich etwas der Natur an»
|^me&nere3 im ihrer ftatt geben folL
^Man kan nkht inniger von etway
überzmigt feyn, als ich es von des
jjiachtigen Kluft bin » die die Natut
SEwifchen der belebten und' unbeleb«
ten Schöpfung, zwiichen den orgar
nlfirten und unoi^fanifchen Ge(ch&-
pfen befeftigt hat ; und ich fehe bey
aller meiner Hochachtung fär den
Sch^rfllnii» womit* die "Verfechter
3er Stufenfolge oder Contiiiuität der
^atur ihrö Lieitern angelegt haben,
nicht ab , wie ße beym Uebergange
E 4 von
7*
von , den organifirten Reichen tarn
Diiorganifchen ohne einen wirklich
etwas gewagten Sprung durchkom-
men wollen, . Allein diefs hindert
nicht, dafs man darum nicht Er.
fcheinungen im einen diefer beidea
Haupttheile der Schöpfung zur Er«*
Läuterung von Erfcheinungen m
Indern benut^^en dürfte: und fo
(ehe ich es f(lr keins der geringften
Argumente zum Erweis des Bil-
dungstriebes in den organifirten
Reichen an, dafs auch im unor«
ganifchen die Spuren von bildenden
Kräften fo unverkennbar und fo alU
gemein find. Von bildenden Kräf»
ten — bey weiten nicht vom BiJ*
dungstriebe (nifus formativus^ in
dem Sinne den diefes Wort in der
gegenwärtigen ynterfuchung he^
zeichnet, denn der ift eine Lebens*
kraft und folglich als folche in der
unbelebten Schöpfung nicht denk-
l^ar , «r- fondern von andern bildcsn-
den
7t
#eit Kräften, von welchen fich in
liefern unbelebten Naturreiche )die
deutlichften Beweife an ib beftimm-
ten, überaus regelmUfsigen Geftal-
tungen zeigen, die aus einem vor-
her ungebildeten Stoffe geformt
'if^erdem
Man kan doch, um nur ein Paar
Beyfpiele anzuführen, nichts aus-
nehmend eleganteres fehen , alis ge-
vifie metallifche Cryftallifationeni
die in ihrer Uufsern Form eine fo
miffallende Aehnlichkeit mit gewif-
fen organifchen Körpern haben, dafs
jße ein fehr ftigliches Bild geben, um
die Vorftellung von der Formation
aus ungebildeten Stoffen überhaupt
zn erleichtern. So z. B. das gediegene
fogenannte Farnkraut - filber zwi-
fchen dem eingebrSckelten Quarz
nus Peruj und um vas Gemeineres
Zix nennen , das unbefchreibHch
iaubere moosförmi^ Stückfne(^
E f fing,
74
i«..
fing« iowitt^.üch nach) dem /ecftfift-'
Gu£e auf. dem Sruche ausnimmt uv*
4etgL m..
Diefs vie gefagt nur als Beyfp^el^
von bildenden Kräften im uaorga*
nadrten Naturreiche,
. Nun zum vahren Bildungstüiebc
in der belebten Schöpfung^
fut ein unbefangnes Auge vei«'
ich kein Gnnlicheres Mittel, (ich das
Dafeyn und die Wirkfamkeit diefes
Triebes aufchaulich zu machen, als
die präjudizlofe Beobachtung der.
Entftehung und Fortpflanzung foU*
eher organifirter Körper, die mit
einer ganz arifehnliihen Größe ^n'
fchnelles , ib zu fagen zufehends
inerkHchtfs Wachklhum und eitiefo
zsnb halbdurchfichtige Textur ver-
Mnden,
7f
Uncien, ^afii fie vdl^xids in factfa».
iMn Lichte und unter einiger Ver«
gröfserung aufs deutlichfte » klarftd
durchfchaut werden können.
Ein Beyfpiel der Art aus dem
Gewächsreiche giebt die überaus
einfache Fortpflahzüngsweire einer
eben fo einfachen Wafierpflanze f ),
die, zumal im Frühjahr gar häufig
am Ausflufs der RöhrenwaiTer , an
Quellen» in Gräben, Teichen etc.
9u finden ift , und deren fich auch
vohl unbotani(che Lefer leicht aus
der blofsen Befchreibuag wei^den
erinnern können. .
Pas ganze Gefachs beft^ht nem»
lieh aus einem einfachen » ( nie ge«
theilten) meift geraden, etwaei^en
halben Zoll langeiv feinen Faden
,.. von,
.f.) Eine Gattung Wafnf$äm% ^ Linke dif
76
yon hellgrüner Farbe , der geiröhit^
lieh mit feinem untern Ende im
Schlamme eingewurzelt ift* D^
aber diefe Faden meift zu vielen
taufenden dicht neben einander
ftehen, fo kriegen fie dann das An-
fehen eines feinhaarichcen Pelzes
vom fchonften Grün, -womit oft
groFse Strecken an den gedachten
Orten unter Wafler bewachfen find.
Ich habe die Fortpflanzung diefes
fo aufserft einfachen WaflTermoofses»
in den erften Frfihlingswochen beob^
achtet, da fie unter meinen Augen
blos dadurch erfolgte, dafs die
Spitzen der Fäden zu kleinen Knöpf-
gen anfchwollen, die fich zuletzt
von den Faden trennten, fich in
den Zuckergläfern, worin ich kleine
Klumpen diefes Moofses in hellen
Waifer liegen hatte , zu hunderte»
ah die Wände des Glafes anlegten»
vnd nun im Kurzen felbft wieder
eine
77
tine kleine Spitze austrieben, die
fich faß: zufehetids immer mehr ver*
fötlgerte , bis fie endlich zu einem
Heuen vo]lftändigen ^iTaiTerfaden
äusge^achfen war. Binnen z^ey^
mal 24 Stunden » von der erden
Spur des Knöpfgens auf einem alceti
Faden an zu rechnen, hatte der
liachhet daraus erwachfene \neue
fchon feine völlige Länge erreicht«
Beides , foxv'ohl das fchnelle
Wacbsthum, als auch die durch-
fichtige Textur des Gev^ächfes, ver-
fchaiFten mir den Vortheil, feine
völlige Ausbildung ganz bequem
abvrarten und die mindefte in feinem
Innern vorgehende Veränderung
Hufs genauefte und deutlichfte be-
merken zu können. Das innere
Gewebe diefes Moafses ifl; nemlich
£0 einfach als feine Sufsere Bildung»
Auch bey. der ftärkften Vergröfse-
rttHg und im helklbn Lichte, ift in
der
7«
der ganzen Pfian9:e M\l&chtetSng%
nichts Veieer als em feine» bläsriges
Gewebe , ( beytiahe xrie ein gtünei
Gefcht oder Schaum ) mi erketinehs
das durch eiiie äuiäerft feine^ kauni
merkliche aufisere Haut um&hloifeii
Vird.
Nun aber war bey aller diefer
untrüglichen Deutlichkeit in ^Ueti
grünen eyformigen am Glafe anlie-
genden Knoj^fg^n, doch auch niche
eine Spur , nicht ein Schatten irgend
eines folchen als Keim eingewickelt
ten Fadens, als in Kursen aus
diefen Knöpfgen gebildet werden
ibllte» aufzufinden: — ibnd^nt
wenn jetzt der Knopf (eine Retf«^
erlängt hatte» So trieb er aus einem
&iner beiden Enden einen kleinen.
Answuohr hervor« der bloc dadurch^
zufehends verlängert ward, dafn
das im Knopf ihm zunächft liegende
bläsrige Gewebe in 4ha hinüber ge-
- :- trieben»
73
^tehedy .und er üb* nUch und nach
io^mei? mefar^u einem cylindrifchen
Fjrdeti aiisgedehor yrßxd. So vid
aber diefer Faden fich yerläiigertei
fo. tirard im gleichen Maafse der ey«.
förmiger Knopf« kleiner) kuglichteu^
blafsgrüner: fo dafs zulezt, vena
das GeVachs nun feine beftimmte
Größe erteioht hatte, nur noch ein
kaum merklicher kleiner Wulft am
.untern Ende übrig blieb , der nun
dem neuen Faden ftatt "Wurtel
diente.
Mit der gleichen anfchaulichefi
Klarheit aber , ^omtt (ich bey die&t
j^flanze . die :wQckfame Thätigkeit
fks ^dungstriebes beobachten Jäfstü
kan.fie auch bey Ausbildung maa^
^r Thiere aufs deutlichfte aner^
Icannt werden ; befonders y iederunv
bey folchefnj die fo vie diefes MooA
den Voittheü eines fc^ellen Wachs«.
t;:;J:i,:. thums
1
80
thoms bey einer meift durchfichti»
geri Textur ihres Körpers gewähren.
Diefs jft bekantHch der Fall bey
den Armpolypen j.diefen "wegen der
Wunder die die Natur in ihnen ge*
h9uft hat, feie den vierziger Jahren
{b allgemein berühmt wordnen Geu
Ichöpfen. Alle bekannte Gattungen
derfelben haben einen gallertigen
Körper , der , feine Farbe mag feyii
welche fie will, gfün, gelb, brau ti
etc. doch immer durchßchtig genug
ifl;, um in behÖriger Beleuchtung
und hinter einer guten Linfe fp. guc
wie jene Waflerfäden rein durch*
fchaut werden 2eu können. Dabey
iil ihre Textur fo einfach, homogent
befteht blos aus gallertigen Körn«
chen, die durch eine zartere ge-;
meinfchaftliche gallertige Grundlage^
zufammen gehalten werden, dafs
auch von diefer Seite dem beobach-
tenden Auge nichts dunkel oder-
v^rfteckt bleibt Nun und wentt
denn
mßm
u
denn diefe Thiere lebendige Junge
austreiben sollen, fo fchvrillc blos
eine Stelle diefes ihres aus fo ein*
fachen Stoffe gebauten Körpers eia
venig an, und aus diefer unge*
formten« aber durchfichtigen klei«
nen Gefchvulft vird gleichfant
unter unfern Augen 2uerft der cy-
lindrifche Leib des jungen Polypea
und dann auch feine Arme ausge-
bildet, -^ie von unfichtbaren Hän-
den aus der durchfichrigen kOrnicIv-
ten, aber übrigens ungeformten
Gallerte liiodelirt; und das alles
gleich in einer fo anfehnlichen,
fchon dem blofsen Auge fo deutlich
erkennbaren Gröise, die, in Ver-
bindung mit allen den angefUhrtea
Umftänden, doch auch keinen Schat-
ten von wahrfcheinlicher Vermu-
thung eines praformirten Keims ge«
ßattet der da vorräthig gelegen
habe und fich nun entwickele ecc.
■
F Ich
8^2
innere GefuW eines jeden rdi^riör
je die Fortpflanzung an tö eiiiföch
gdba^en Thieteni)nd "Pflato^eh &b.
obaohtekv-wnd- fidi überdetn vpn
dem im vorigen- Abfchnitt eri^ie-
fenen Ungrund der fo decifiv be-
haupteten Präexiftenz des .KÜichel*
gensamElydotter belehrt hat; dafs er
nun beym Uebergauge zum Zeu-
gungsgefcbäfte der fogeii;annteii
vojlkomninern oder ^armblücigen
Thiere» (2.B, eben bey der ftreng*
ften Unterfuchung der Pliänome^e
am bebrttteten Küchelgen» des An-
fangs, und Fortgangs leiner Ausbil*
düng , und überhaupt fo vieler neu»
entftehenden, im unb^bri^leten Eye
gar nicht exiftirenden Theile f) etc.)»
felbjR: entfcheide» zu /w^elcher vpn
beiden Theorien ihn fein^ Ueber-
zeugung
f ) ^ie zi. B. nidns fuBi, huRüt gmnitnf
fgttra veüofi etc.
^ugUng fiibrt» ob zum Glauben an
,f«räexiftenz? eingefohaclBiCtkQr päifpr*
mittet Keimet pder '^beriaudni^n
{ldliii}9g,8trieb» der d^s neue.Ge&köpf
WS dem ungeformten Zeug^i^sftptt*
d^r alten ausbildet» .
Alles vas bishef von PKaftoöie-
neh des Zeugüiigsgefchaftes Telbft
isum Erweis des Bildungstriebes ge-
fagt worden, erhält nun aber vol*
lends ein neues grofses Gewicbti
Venn man nun z^sreytens auch die
Phänomene Aet Reproduktion^' — die-
fer, zumal in unfern Tagen fo berufen
vordnen merkwürdigen Kraft der
otganifirten Körper, zufällig ver-
lorne Theile , Verftummelurigen
ihres Leibes, von felbfi: wiederum
hervorzutreiben und zu erfetzen, —
init denfelberi vergleicht.
»
Generation und Reprodudtion —
Zeugung und diefe Wiederer-
F 2 feuung
S4
feczung, find beides Modtfcationea
ein und >eben derfelbea Kraft: die
letztre ift nichts anders, als eine
pattieUe Wiederholung der erftern:
und ein Licht über, die eine von
beiden verbreitet, mufs ücher auch
die andre zugleich mit aufhellen.
Ich habe die oben im erften hh-r
fchnitt angeführte Erfahrung über
die Reproduktion der grünen Arm-
polypen, feitdem oft, und immer mit
dem gleichem Erfolg \i^iederholt:
d« h. allemal xi^ard anfangs, das kürz*
lieh verftUmmelte Thier fafl: im glei*
eben Maafse um etwas kleiner , fo
wie es feine neuen Arme oder fei«
neu neuen Hinterleib hervortrieb.
Man fah offenbar, Vie die Natur
eilte > dem verftümmelten Gefchöpfe
nur fobald' als möglich ' feine be-
ftimmte Bildung wieder zu et&tzen :
und däfs in der Kürze der Zeit , da
unmöglich fohon durch . die Nah«
rungs-
niitgsmittel (die ohnehin ein ver-
letzter Polype nicht fo häufig zu (ich
nimmt als ein gefunder) fattfamec
JÜoff zu den neuen Gliedern wiedei;
geiammelt feyn konnte, der Rumpf
einen Theil feines noch übrigen
Sto^ hergeben muk^ der ßch
dann mittelft des ihm b^ywohnen-
den Bildüngstriebes in die Geftait
der verlornen Glieder formt 4 und
fo die zerftörte Bildung trieder
ergänzt.
Ich veis vohl, dafs fich.die
Verfechter der ptäformirten Keimes
hier mit einer Hypothefe durchhek
fen sollen ,^ die doch aber in der
That von allen ^unv^ahrfcheinlichefi
Hypothefen wohl die allerunvahr^
fcheinltchfte und gewifs abentheur*
lieh genannt /werden darf, nach
iR^elcher nemlich ^ in allen Theilen
9, jedes Polypen zerftreuete Keime fo
p lange eingewickelt und im erftar^
F j ,,renden
8«
„rendetiTüdesfdrlaf aüFKefervetie««
„ geiifolfen>.fai^fie la&^A&t FhsMafie
9^änek iknen tu HaMe*''kofdmencfeii
„Bedbachtersr durck den- Schnict
^jeinAr Scfceere ' ermuntert ^ atrfge«*
sD^ckt, aits ifateA Kerker be&eyt,
9^ utid 2iir Encvickelmig' äitgerein
^vttrdeiii" •
2iun$ mit diefer 'v^undetbaren Et^
klärttc^ vergleiche man dea nackte tr
Augenfchein bey dem obgedachten^
und vielen andern ^ an den ( glttckli-
oh^rweife :fo leicht 2u durchfchauen«
den) Armpofypen anzubellenden Ver^
fuchen, deren ich nur gleich ein
Paar noch faeyfecse : — Wenn man
zwey verftUmmelte halbe Polypen
verfchiedener Art (z.B. die vordere
Häifde eines grttntfn^ und dak Hin«
teffthdi^in^s btatmen) im Boden
eines Spitasgla&s aneinander bringt»
fo heilen iie bdcanntlich Kuiammen,
und ftellen d^in*» faft- wie die GM.
märe
{bhi^dacs^Thiergattattgen zu&mmen-.
gefeme^ Grippe Vor. 5— < 1 Nach* d«r
ai}g9fährteii.'Thebrtöf'der JB>rolätiQiit.
häteea ahecrin. dtefeni; fjdl durch
den do^pehdm Schnitt an» deti beU
d^n Ypt&ümmeli^n Polypen , fich
neue Keime entwickeln hiüiTeii *—
allein , diefs erfolgt nicht ; fondern
est iw^^r nacttrlicheri dafs' fich zv^ey
Hä]fte<n mictelft ihres Btldungstrie«^
VeSi tu&mmen pafsten^ und in Kur^
zeoi eim gebSrtges Ganzes iaasmädi^
ten.^:^ al^ cla&^jede . diefer 4>eidea
HUlften erÜ! auf die> oben'.,befehrieA
feene 'Weife 2u ieinem befondernr
Thiere \«^ieder hätte iniKgebildet
^lerdenJoltefl^ ' .. %. '.s-. : rj^\
-^ '■^'■1, '. -».\ -.^ " ■■ / . •<.%-\*--. ••. •■ \-
Noch • aii£illender : aber {witi ixßU
^edr die - Unvp^abrfcheinlichkeit dei^
vecfweyntÄn- prälbnntFCeniKetnier und
hiog^g<^t^ die Würii&fnkdt des Sil*
diiägstiSiebfs<^bey dem bekanol^ii Vecs»
F 4 fuch.
> 7f
88
ftichf da tnM einen Armpol}r|ientiiölii
m Stücken oder emzv^ey-Mrfcbjiei»
det» fondern ihm nur mit einer feitien
Scheeiie den* Bauch der Länge nach
aufichneidet und ausbreitet , fo da&
^t aUdann gar .keine fiauchhölo
meht h^9 und fein Körperrkeina
qfM«drifche Röhre« fondern ets^a«
ches' Streifgen Gallerte, wie ein
Riemgen» vorfteUt. -^ Statt dafs
nun alsdann durch den Schnitt . aa
lieiden Seitenrändern <llefes. Riemw
gens. sahlreicbe .'vermeinte • KeioM
in Freyheit gefetast werden » und JiGh
enttv^iekeln foUten, fo ecfolgt:hin^
gegen blos einer von den beiden
Fälleti» die (ich von felbft nach der
\(^ürkfamkeit des Bildungsäiebes
efwartea laifen — entweder Hem^
lieh, der aufgefchlitztePolype reift
fich wieder in feine vorige Geftalt
zufammen» fo dafs die wuiiden JSei^
tenränder einander wieder berühren
und 2ufammen WAchfen: oder aber
' wenn
ireiin er~ ah' ein flachar • Rtenfgen
ausgebreitet bleibt , fb fchNrillt er
nach eiiitger Zeit auf, ixdrd gleich«
ikm au%eblafeh , und es bildet ficA
n;ach und nach in feinem Innern
eine neUe £uuihhbte$ fo dafs er
auch dann i>innen kurzer Zeit feine
aageft^inrnte X^eftak ergänzt erhält;
-» i
i In diefen beiden angefUhrcexriind
vielen üfndernr Fällen, hraudit gat
k&n Jluuir Stoff erteugt» — fonderii
aur die %€t&ötve' Bildung wieder ket^
gifletlt zuv^erdent ^eine Art votl
Reproduc^on , die um ' fo fafgfälti^
ger T6n den übrigen unterfchiedeft
und abgefbndere werden mufs, ije
treniger fie ßch mit den prätendir«
ten Keimen vergleichen läfst, * und
]e grüfser hingegen das Ueberge^
wibhtift^ das die Lehre Vom ßiU
dungitrUbt durch £e erhält;
F S Beym
9^
;: Beym ^ Men&hen und • iindeniv
wf mbifitigen Thierenf ' ift ;2\i^r xüe)
Reprodudionskraft bey dergcoisera'
MantiichBdiJgkeit) >de9' Sto&s vor^pf.
aus üit Kövt'ef^ gebaut sIt, und bey ^
der " Verfchiedeaheit der Lehens«^
kräfte womit, die verfohiedneh Artaea^
von jenem Stoff belebt find, imdbey^
der EinwQrkung worin fie aufeioani-^
der itehen^ ungleich eingefchränkter» i
als freyltch bey d^n Armpolj^en/
Und doch zeigen fich auch bey ihnen
zuweilen • Reprodudlions&lle» dier
alles dasv weshalb die vorigen von
den Poljrpen hier angeführt wai»n,l
au& unverkennbarfte beftätigeiu;
Man hat z. B; niehr als einmal gefe^
hen, dafs bey Menfchen die Nägel
der Finger , wenn auch felbft die
vordem öelenke von. dielen ämpu-
tirt worden j nichts defto weniger
fich an den vdr(Kimmelceh Enden
der hintern Glieder wiederum er«
■' • •'-■■ ■•'■ ■■'" ;■•, / 'ieu|t
i< r i) ' ii ir . r w 'y •■^"" ■'^'
ZBu^f haben f). ' fc - wäre -^ne
ifaurkeZimiütbungijemand libiMrreden
znr9^i)iüw ) dafe 4ie Naiatr. vorJäufif^^
aa£ iblcbe AmpxttaciotmöiiJe gerecb»
aiety uiid daher, iäiq^ßr: der gailizen:
Fingeriind Fusarehiti Keime :«ä Niw^
gelnauf folohen NotMall ^usgefäet'
hätte etc. :XJiid wie natürlich er^
k4ärr üoh nicht hingegen^ die ganz«
EKfobeinung wennr man de fiüs :det
Wirkiamkeit des Bildungstriebe&
herleite^, deflen Tendenz, die
ra&erften Eztrernitäten des Ke^rper s,
nemlich die Enden der Finger und
Fuszehen durch hornichte Nägel zu
begren^efn, ftark genug^ift, um fie^
im NothfaU auch- fogar an uuge^
wohnlichen Stellen zu reproduciren*
Eine andere eben fo bekannte
und hier eb^n fp fprechende Erfah-
rung, ift diö, wo die Natur den
Verluft
i;) Pechlxn und Tut^ haben derglekheii
Fille befchrieben.
99
Verluft eines Olieds dedfen fiidnnich«^
£iltigen Stoff fie-hfchc vollkommen
hätte erfetzen können, dennoch
mktelft einer einfachem etvat knor-**
plichten oder knochichten Subftan^
2U vergfleen fucht, die durch die
Kraft des Bildungstriebes in die Ge«*
ftalt des verlornen Glieds geformt,
und fo ^enigftens zu einigen; Ge^
brauch gefchickt gemacht Nrird. So
hat der berühmte Wundarzt Mo^
RAND einen Hafen befchrieben, dem
lange vor feinem Tode einmal der
eine Votdeffus var abgefchoflen
igrorden, den ihm die Natur .-^enn
gleich nicht quoad materim doch
venigftens taliter qualiter quoad far^
mam durch ein Surrogat» nemlich
durch eine pfotenförmige Knochen«
mafle, die fiö heryortrieb, zu er-
fetzen gefucht hatte f).
Wenn
;^) "c'etojt** w!c er ficK aasdrnckt **«fw
efpki de jämh9 de boif, dem k >ui-
tnre fenle avoit fait les frais.'*
•t
91
^ Wenn» "viHe ieh mir ^ebmeichie^
iqhoa die wenigen ausgehobineiir
JPhäßoiiiene der Zeugung und Ref
produ^^on die imkugbarie. Exifti^at
des KJdungstriebes öb^rbaupt dar«-
thun, £o giebt es nun 4i|iter d^a
aahUo&n fibrigen verfebiedeiie, Me
dann ferner daxu dienern können^
die Wikkungs- jirt diefer wichtigea
Lebenskraft und gieichfam einige,
ihrer Gffetze näher zu beftimmens
und fo glaube ich laflen fich vor der
Hsmd^wenigftens naahftehmide, als
(imple Refiilcatse unge^weifelter Er*
fabrungen angeben :
L DU t&ärke der Bildungstriebea
ßeht mU dem zumbmmdm . Mter dff
orgamflrtm Körper in umgekekrtm
Verhältnis. — Denn, fo au^e*.
Inacht e& z. B. ift , dafs es wie oben
gedacht» immer eine beftimmte Zeit
braucht^ bevor ficiv die ti&e Spur
. - der
5»
luin, ehea< &. aufig«maeht ift «srliifi-
gegen^ da& awh Coglekh^ n^eh Vjet-
ia^ diefef Zeit 4ie M%bildmig .der-
:&Jb^i2Uitt'^£rftauiieii iehnell 'UtRl
eiKgft Tor fich geht, Insgi^nein
'Verden avar die frUhzeitigieA
menfchlichen Embryonen fehr un*
förmlich ' abgebildet : allein .. die
Schuld mag wohl mehr an-d^
Zeichnern, oder auch tlaranJiegeä»
dais dergleichen Abortus et^ra
Sufsere Gev^alt ejUtten^ verdruckt»
entftellt und: unkenntlich 'trord^n,
oder fchon angefangen in . fttuinis
2u gehen , und dadurch viel von der
ausnehmenden Eleganz verloeen ha«
Jben, die man fonft an ibnen be^^iill-
dern muß. Ich befitze dergkichett
fo*^ ungemein .faubere menfchliche
Leibesfrüchte au9 , den erften Moni-
ten* der Schirangerfohaft , -zumtti
eiatge/ die ich. der . »Güte meinea
theureo . Freundet des ;Hr9^; li<^
Büchner
^
fiücHi9EK hf Gotha ^Ter^ibmke, !Wo
Man 2. B. h^y eitwt^ns der fünfteh
"Wothe und von der Gröfse eiaer
gemeinen Werkbiene^ < die völlig^
Geüchtsiüge ^ jede Fihgerfpitze, jede
Fti82efae 1 die Gefchlech tstheil0 ecc.
Hufs deutlichfte erkennen kan. <-
..'••■ ' ' ' ■ " '
.''Und eben diefe frühe Watkfanl«
keit des Bildungstriebes etftreckt
fich bey weiten nicht blos auf tlie
änfsere Geftalt der Embryonen, fon-
d^rn ift in ihrem ganzen innern Bau
faft > noch auffallender merklich.
Ich bin Über die frühzeitige Voil^
kömmehheit der Eingev^eide u. a.
Theile erftaunt, die ich bey der
Zergliederung frifcher menfchlicher
Leibesfrüchte aus den erften Mona-
tien nach der Empfängnis, gefunden
habe.^ Nur einen Umfland anau^
!fiihren, fo war im Kopf derfelben,
^eif ohngefähr die Gröfse einer
Zuckererbfe hatte» und defien* 6e-
.< • ' V hirn
hirn noch' vie ein weicher Brey
"war, fchon der ganze knorplichte
Boden der Hirnhöle (;^bafis cranii)
mit allen feinen Gruben > OelFnun-
gen und Hügeln aufs fchärffte und
deutlichfte ausgewirkt , obgleich
weder am Keilbein,, noch am FeL
fenbein etc. auch nur die mindefte
Spur eines Kncchenkerns zu finden
war.
So wenig nun bey Vorausfetzung
der präformirten Keime abzufehen
iftf was fie fo lange Zeit, nachdem
(ie an den Ort ihrer Beftimmung
angelangt, befruchtet, und zur
Entwickelung angereizt find, dem-
ohngeachtet davon zurückhalten kan}
eben fo wenig fleht zu begreifen»
warum fie nun nach diefer räthfeU
haften Paufe mit einem mal Co plötz^
lieh und gleich zu einer fo anfehn«
liehen Gröfse (ich auswickeln foUea
u. £ w. Hingegen hat es nach dem
was
97
^as oben von der nothtgen Vorbe-
reitung der Zeugungsfäfce » bevor
der Bildung&trieb in ihnen rege \irei^
den ,kan, gefagt vorden, nicbts
fchwieriges , dafs alsdann diefer neu
erregte Trieb.in feiner vollen Starke,
in aller feiner noch ungetheilten
Thätigkeit die Grundlage der BiL
dang des neuen Gefchöpfs £o
fchnell bewirken kan,
, Wie aber auqh felbft noch nach
der Geburt das gleiche umgekehrte
Verhältnis z^iCdien der Stärke des
Bildungstriebesund dem zunehmen*
den Alter ftatt habe, ift aus der
vorzüglichem Leichtigkeit der Re»
produdbionsverfuche bey jugendli'«
chen Thieren, jungen Waflermol«
chen etc. bekannt.
n.
98
IL Wiederum iß diefir frühe BiU
dungstrieb doch betf den neuempfange*
nen Säugethieren noch ungleich ßärker^
als bey dem bebrüteten JKuchelgen im
Eye. Beym Hühnchen z. B. zeige
lieh die allererfte Spur der neuge-*
bildeten Rippen erft in der I92teii
Stunde des Bebrütens. Diefer Ter-
min abet> 'vrenn die ganze Brützeie
der Henne mit der Schwangerfchaft
im Menfchengefchlecht verglichen
i^ird, fällt ohngefähr mit der i6ten
Woche derfelben zufammen. AUeiti
ich befitze felbft menfchliche Em-
bryonen in meiner Sammlung, die
nicht viel gröfser als eine gtmemt
Ameife, die folglich höchftens in
die fte Woche nach der Empfang-*
nis zu fetzen find, und bey wel«
chen fich dennoch die knorplichte
Grundlage der bogenförmigen fcharf-
ausgewirkten Rippen aufs allerdeut-
lichßie erkennen läfst. Es fcheint
die Natur eilt bey den lebendig ge-
bären-
99
bSrenden Thieren der Frucht fo früh
als möglich gleich beftimmte Aus-
bildung zu geben , und fie dadurch ^^r
Ite vielen zufälligen Verunftaltun*
gen von ge'sraltfamen Druck u. a.
dergL Gefahreti zu üchern, denen
hin'gegeu das in feiner Eyerfchaale
feftverwahrte KÜchelgen bey ^qu
ten nicht fo leicht ausgefetzt ifl:.
llL Jlber auch bey Formation
der einzelnen Theile des organißrten
Körpers iß der Bildungstrieb bey
manchen derfetben von einer feßern,
beßimmtem Wirkfamkeity als bey an»
dem. — So hat z. B. der alte, aber
um die Phyfiologie unendlich ver-
diente CoNR. VicT. Schneider an-
gemerkt, dafs das Gehirn faft immer
feine Bildung fo conftant erhalte f )•
G z Wie
4-) *'/ff c»i^«re hwmoM" Tagt er "fr«&i fürs
nfiiciem fuam rarhu mntat fHnn ccrehrum.''
lOO
Wie unendlich häufiger fitid hinge*'
gen die Varietäten in der GeftaU
tung der Kieren« der Milchfafu
röhre u. dergl.
IV. Unter die ntancherleg jibwei^
äiungen des Bildungstriebes von fei»
ner beflimmtm Richtung gehört vor»
vsUgfuh diejenige y wenn er betf BiU
düng der einen jlri organifiher Kör'-
per > die für eine andere jirt derfeU
ben beßimmti Richtung anuimmt. —
So glaube ich mir einige räthfelhafte
Phänomene erkrtiren zu können«,
davon ich nicht abfehe» ^e üe je
nur irgend leidlich mit der Ein«
ichachtelungshypotbefe der präfor«
tnirten Keime ibllten verglichen ^ev^
den können, — Bekanntlich haben
die Weiber nach dem ordentlichen
Lauf der Natur zur Aufnahme ihrer
neuem pfangnen Frucht ein einfa-
ches Organ. Die mehreften übrigen
weiblichen Säugethiere hingegen ein
doppelt
doppeltes. Nun aber fincl die Fälle
nicht ielten» \sro man auch bey
Frauenzimmern einen förmlichen*
folchen thierifchen vtefw bicornis ge-
funden , fo dafs es dann von diefer
Seite gefchienen, als vrenn wdrkiich
die Iphigenia verfchvrunden, und ein
Reh an ihre Stelle gezaubert x^äre.
Irre ich nicht, fo giebt hier diefes
vierte Gefetz des Bildungstriebes
den Schlüifel dazu. -~ Auch die fb
oft bemerkten Beyfpiele von gehörn-
ten Haafen mit vollkommen aus-
gebildeten kleinen Rehgevreihen
auf dem Kopfe vürde ich hieher
rechnen. Und vielleicht läfst (ich
eben dahin manche fbnft räthfel-
hafte Abweichung im Bau gewifler
GeVachfe zählen » wie z. B. die voti
Gleditsch befchriebene Erle mit
Eichenblättern etc. f).
G j V^
<)') Betj^/a alnnr qntfcifolU. C Gleditsck
biMUtlafjne AbhanäU 4ms fraSifcke Vvffi^
wtfin ketreffend.
V. Eine andre eben Jh merkunirdige
Jtbwnckung des Bildungscriebes ifi^
wenn bey Ausbildung dir Sexuabr^
gane» die beym einen Gefchtecht mehr.
oder weniger von der Geßakf/Mg des
andern annehmen. Man hat in un«-
fern fceptifchen Zeiten auch die
[öglichkeit der Z^ittergeftaltung
beym Menfchen u. a. warmblütigen
Thieren 2u bez\reifeln beliebt. Und
dioch^hat Hr. von Haller hier in
Göttingen und neuerlich Hr* JoH.
Hunter in London u. a. m. die
genaueften Zergliederungen von
Thieren, zumal aus dem Ochfen- und
Ziegengefchlechte gegeben, die über
die ausgemachte Würklichkeit fol*
eher Z'W'ittergeftaltungen keinen:
Z'W'eifel mehr übrig lafTen* In kei*
nem diefer Fälle find zwar vttrklich
die ^refentlichften Zeugungstheile
der beiden Gefchlechter, 2, B. männli-
che Geilen und weibliche Eyer-
(locke f dei^tlich und vollkommen
im
*
irti gleictieh Individuo verbunden ;
fondern die HauptbUdung ftellc im«
mer die Genitalien des einen von
beiden Gefchlechtern dar, offenbar
aber zeigen (ich dabey im einen oder
dem andern Theil die unverkenn«
barften Spuren von unvollkommilerti
Enttrürfeh zum Bau einiger Sexual-
Organe des andern. Meift nemlich
liegen inwendig wahre männliche
Organe, tind die äufsern hingegen
haben dabey mehr oder weniget
Aehnlichkeit mit den weiblichen.'
VL fTenn aber endlich der Bil*
dnngsttieh nicht btös wie in den vorigen
Fällen eine fremdartige , ßmdem eint
völlig wiedernatfirliche Sichtung be*
folgte fo entßehen eigentlich foge-
nannte Ausgeburten. — Und
dennoch ergiebt fich bey einer nä.
herh Beleuchtung aus der bewun-
dernswürdigen Gleichförmigkeit ditr
unter
?04
junter vielen Arten von Monftrc^
täten henf fcbt , dafs doch auch
felbft die Urfachen^ die. in diefen
Fallen dem Bildungstriebe die faL
fche Richtung geben, dennoch an
fehr beftimrote Gefet2e gebunden
feyn müflen* yX^er nur irgend Ge*
legenheit gehabt hat, eine beträche*
üchere Anzahl von Misgeburten
unter einander zu vergleichen» oder
ver auch nur die fonft freylich fo
ichaalen compilirten ffilder- Bücher
daivon mit einiger Aiufinerkfamkeit
durchblättert hat,dem.kan die aufFaL
lende Gleichheit nicht entgangen
ibyn,' mit irekher diefe oder jene
Art von Monftrofität iich immet;
felbft bis auf Kleinigkeiten ähnlich
bleibt» fo. dais die Stucke von fo
einer Art alle viq aus einer Form
gegolTen fcheinen.
. Und hier nun noch zuletzt aber^
mals ein Phänom^ai hey defle«
Erklä.
Erklärung es nieder den Leiern
ielbft überlaiTen bleiben mag , - z^u
fchen präformirten Keimen oder BiU
dungstrieb zu vählen. — Manche
thierifche Misgeburten (z. B. die mit
doppelten Leibern und einem ge-
meinfchaftlichen Kopf) find von der
Art, dafs fie nach der ausdrückli-
chen Behauptung des Hm. von
Haller und andrer Verfechter der
Keime nicht etwa durch das Zu-
fammen\irachfen zweyer Keime und
andere dergleichen Zufälle entftan-
den feyn , fondern in der urfprüng-
lich - monftrofen erften Anlage eines
einzelnen Keims ihren Grund haben
foUen: d.h. fie varen fchon von je
als Misgeburt präformirt. Nun aber
' — find diefe Misgeburten unter ge-
wiSen Hausthierm fo gemein j und
doch unter den wilden Thieren dtr^
felbenArt faft unerhört. Soll das
alfo der Schöpfer fo prädeftinirt ha-
ben > dafs von den in einander ge-
H fchach-
iotf
fchachtelten Keimen einer Gattung
von Thieren , z. B. von Schreinen,
die monftrofen gerade dann erft an
die Reihe der Entwickelung kä-
men s irenn der Menfch iich diefe
Thiere unterjocht h^ben ^ürde;
und dafs diefe Keime zu Misgebur«»
ten dann auch gerade blos den un«
terjochten und nicht den zu gleicher
Zeit *vild lebenden Individuis zur
Entvickelung anheim fallen mufsten.
Hingegen hat es hoffentlich nichts
vi^derfinniges anzunehmen » dafs
nach der Unterjochung der Haus-
thiere, wodurch ihr ganzes Natu-
rel gleichfam umgefchafien worden,
ihre ganze körperliche Oekonomie
fb viele Veränderung erlitten ; dafs
dann auch ihr Bildungstrieb etwas
von feiner fonftigen Beftimmtheit
verloren hat , und dafs folglich diefe
Thiere, fo wie de dadurch in zahl-
lofe Spielarten degeneriren , fo auch
den
107
den Monftrofitäten häufiger ttnter*^
worfen feyn können»
Diefs Varen dann meines BedSn^
kens die vorzüglichem Beobachtung
gen und Erfahrungen , die zum Er-*
veis des Bildungstriebe» und der
nähern Beftimmung einiger feines
Gefetze dienen können» und die
mich immer mehr und mehr von
der {bnft von mir beyfalligft bewun-
derten Theorie der eingefchachtelten
Keime zurücKgebrachc und eben auf
diefe ihr fehr entgegengefetzte Bahn
geführt haben. Mit aller Hqchach«
tung für den behutfamften philofo*
phifchen Scepticismus , konnte ich
bey einem folchen Ueberwicht von
augenfcheinlichen GfUnden doch
unmöglich meiner finnlichen Ueber^
Zeugung entgegen kämpfen; un-
möglich bey folchen Beobachtungen
fo wie dort die gute Matrone in den
Erzäh'
loS ==
Erzählungen derMAROARETHE von
Navaria, -r- da Ge auch eine uner*
vartete, und ihrem fonftigen $y-
üem vi^deifprechende Beobachtung
machte die auf den Büdungstrieb
einen fehr direften Bezug hatte , —
ausrufen: ** Behüte mich der Him.
melt dafs mein Herz nicht etva
glaubt, -vas meine Augen fehen! *'